Marktoberdorf
«Besseres Licht» im Dunkel

«Die Birnen verbreiten mehr Dunkelheit als Licht», schimpft eine AZ-Leserin. Sie meint die neuen Energiesparlampen, mit denen die Straßenlaternen in der Stadt sukzessive umgerüstet werden. Konkret bezieht sich die Marktoberdorferin, die im «Moos» wohnt, auf die ihrer Ansicht nach ungenügende Beleuchtung eines Fuß- und Radwegs dort.

Da es nun abends und frühmorgens zu dunkel sei, gebe es keinen Schutz mehr, «weder für Fußgänger, noch für Radfahrer», kritisiert die Frau: «Die Stadt hat mir gesagt, dass die neuen Lampen genauso hell sind und mit der Zeit noch heller werden», sagt sie: «Ich warte immer noch auf dieses Wunder.»

Stadtbaumeister Peter Münsch widerspricht den Angaben der Frau vehement. «Ich weiß nicht, wo die Dame ihren Eindruck her hat», sagt er: «Die neuen, weißen Leuchten erfüllen nicht nur die Leuchtnormen, sondern bringen ein besseres Licht als die bisherigen.» Letztere - mit ihrem gelben Licht - bedingten ein sehr fahles Bild von der Haut. Vor der Umrüstung habe man vier verschiedene Musterleuchten ausprobiert. «Die mit der optimalen Ausleuchtung und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis haben wir genommen», so Stadtbaumeister Münsch.

Wie berichtet, hat die Stadt schon im Etat 2009 für die Leuchten 150000 Euro eingeplant.

Mit diesen werden nach und nach die rund 2700 Straßenlaternen im Stadtgebiet umgerüstet. «Wir fangen mit den ältesten Birnen an und erneuern immer ganze Straßenzüge», sagt Münsch. Ansonsten ergäbe sich «ein grässliches Lichtbild». Eine sofortige Komplettumstellung sei nicht ökonomisch: «Das würde eine Million Euro kosten.» Mittlerweile seien knapp zehn Prozent der Laternen umgerüstet.

Neben der Lichtästhetik ist für Peter Münsch die Energieeffizienz ein entscheidender Vorteil der neuen Leuchten: Bei einer Brenndauer von circa 4000 Stunden im Jahr fielen 60 Prozent Stromersparnis ins Gewicht. «Denn unser Weg ist es, den Standard aufrechtzuerhalten, statt irgendwann nachts das Licht auszuschalten», so Münsch.

Letzteres werde etwa seit acht Jahren in Kißlegg bei Wangen praktiziert, seiner vorigen Wirkungsstätte: «Die schalten von Mitternacht bis fünf Uhr früh das Licht ab. Unmengen von Leserbriefen und Beschwerden waren die Folge.»

«Einziger Nachteil» der neuen Birnen sei, räumt Münsch ein, dass diese in drei Jahren zwischen 20 und 30 Prozent ihrer Lichtstärke verlören. «Aber sie bringen dann immer noch die Lichtstärke, die sie haben müssen», sagt Münsch. Und danach nehme deren Stärke nicht mehr wesentlich ab. (hkw)

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018