Marktoberdorf
Beschluss zum Hallenbau mit Applaus bedacht

Lange hatten sie sich in Geduld üben müssen, aber das sind die Geisenrieder gewohnt. Seit mehr als zehn Jahren liegt das Thema Mehrzweckhalle auf dem Tisch, da kam es auf die drei Stunden, ehe der Stadtrat das Projekt am Montag verhandelte, auch nicht mehr an. Die Mehrheitsentscheidung, die Halle so zügig wie möglich zu bauen, um nicht weitere Preissteigerungen zu riskieren, quittierten die Geisenrieder im proppenvollen Sitzungssaal mit Beifall.

Zuvor hatte es eine erneut eine lebhafte Diskussion um das Projekt am Kindergarten in der Riedstraße gegeben, für das laut Bürgermeister Werner Himmer und Stadtbaumeister Peter Münsch nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Rechtssicherheit besteht. Eine Klage war vor kurzem abgewiesen worden (wir berichteten).

«Lügen, Intrigen, Trickserei»

Trotzdem hielt CSU-Fraktionsführer Markus Singer an seinem vor gut einem Jahr eingereichten Antrag fest, für die Halle einen neuen Standort zu suchen. Singer begründete dies mit den seiner Ansicht nach zu hohen Kosten, unter anderem bedingt durch die Zufahrt.

Einzig Axel Maaß (Grüne) unterstützte ihn. Nach den Streitigkeiten im Dorf dürfe dieser «verbrannte Standort» nicht erneut durchgesetzt werden. Er sprach von «Lügen, Intrigen, Trickserei». Alternativen seien stets bekämpft worden.

«Bau nicht schieben»

Die Vereine hätten ihre Ansprüche deutlich zurückgefahren, die Forderungen seien nicht überzogen, wies Himmer Kritik zurück. Allein die Änderung des Heizungskonzepts auf der Grundlage der neuen Energieeinsparverordnung habe die Halle um 100000 Euro verteuert, stellte Münsch klar. Die Kosten für das Gebäude liegen bei 1,64 Millionen Euro, für Parkplatz und Außenlage bei 160000 und für die Zufahrt bei 140000 Euro. Ergibt unter dem Strich 1,94 Millionen Euro. Dafür sei die Halle dann auf dem neuesten technischen Stand.

Er warnte davor, den Bau aufzuschieben, denn 2011 stehe eine Novellierung der Energieeinsparverordnung an, was die Kosten steigen lassen werde.

Die Ausschreibung könnte ergeben, dass die tatsächlichen Kosten geringer ausfallen. Auch die Vereine wollen mit anpacken und die Ausgaben drosseln. Der Stadtrat will vorerst Finanzmittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro freigeben. Die fehlenden 140000 Euro werden mit einem Sperrvermerk versehen.

Über den Vorschlag von Carl Singer (Freie Wähler), zehn Prozent der Summe, die die 1,8 Millionen Euro unterschreitet, den Vereinen zu geben, wurde nicht abgestimmt. In den Wortmeldungen zeichnete sich keine Mehrheit ab.

Auch zog Singer seinen Antrag zurück, die Halle einen Meter tief in den Boden zu setzen, um zu sparen. Münsch präsentierte im Gegenzug, welche Arbeiten dann zusätzlich nötig wären. Dazu zählte auch eine neue Tektur mit der Möglichkeit, dagegen zu klagen. Mit 10:12 Voten wurde ein Antrag von Andreas Wachter (CSU) nicht zur Abstimmung zugelassen. Er wollte die Pläne von einem Büro auf ihr Einsparpotenzial hin prüfen lassen.

Von gut 750 unterschreiben 618

Die Geisenrieder selbst hatten im Vorfeld der Sitzung dem Hallenbau mit einer Unterschriftenaktion Nachdruck verliehen. Von gut 750 Vereinsmitgliedern über 18 Jahren stellten sich 618 hinter das Projekt. Auch die Mehrheit im Stadtrat will nun endlich starten.

Lediglich Markus Singer, Andreas Wachter und Axel Maaß stimmten dagegen.

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