Westallgäu
Berufsoberschule für Lindau

Der Freistaat richtet im Berufsschulzentrum Lindau eine neue Schule ein: Vom Sommer an können Schüler mit abgeschlossener Lehre auf der Berufsoberschule (BOS) Fachabitur oder Abitur machen. Voraussetzung ist, dass sich im März genügend Schüler anmelden.

Seit Jahren verhandeln die Verantwortlichen der Berufsschule immer wieder mit dem Kultusministerium über die Einrichtung einer Berufsoberschule. Denn erst damit sei das Schulangebot mit Berufsschule und Fachoberschule (FOS) komplett. Im Sommer hatte Kultusminister Ludwig Spaenle einem begründeten Antrag der Lindauer gute Chancen eingeräumt.

«Eine echte Chance»

Und tatsächlich hat sein Ministerium über den Jahreswechsel grünes Licht gegeben. Schulleiter Bruno Fischer und Stellvertreter Dietmar Bauer sind entsprechend froh. Denn gerade in Zeiten der Krise könne die BOS eine echte Chance sein für junge Menschen, die nach der Lehre nicht übernommen oder die von ihrem Betrieb nach wenigen Berufsjahren entlassen werden.

Bekanntlich verbessere ein akademischer Abschluss die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich. Und Bafög bekommen die BOS-Schüler auch, im Gegensatz zur FOS, deren Besuch nicht auf diese Weise gefördert wird.

Auch Abitur möglich

Voraussetzung für die Berufsoberschule ist in der Regel die mittlere Reife sowie eine abgeschlossene Ausbildung. An der BOS können Schüler nach einem Jahr ihr Fachabitur machen, nach zwei Jahren haben sie die fachgebundene Hochschulreife, und wenn sie zusätzlich Französisch als zweite Fremdsprache belegen, das Abitur.

Dabei will die BOS-Lindau den Zugang in den drei Bereichen Sozialwesen, Technik und Wirtschaft anbieten. Allerdings können die Schüler sich ihren Bereich nicht aussuchen, denn der richtet sich nach der absolvierten Ausbildung. Auf Dauer gehen Fischer und Bauer davon aus, dass sie in jedem Bereich eine Klasse bilden können. Sollten die Anmeldezahlen zum Start nicht so hoch sein, können die Klassen gemischt werden. In zentralen Fächern wie Deutsch, Mathe, Englisch sitzen dann alle gemeinsam, für die Profilfächer werden sie aufgeteilt. Die Techniker haben Physik als zusätzliches Prüfungsfach und außerdem Chemie und Technologie.

Im sozialen Zweig wird Pädagogik/Psychologie geprüft, zusätzlich gibt es Biologie und Chemie. Prüfungsfach der Wirtschaftler ist Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen, zusätzlich stehen Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik auf dem Stundenplan. Fischer ist froh, dass Lindauer für die BOS nicht mehr nach Kempten, Memmingen oder Tettnang fahren müssen. Weil die bayerischen Berufsoberschulen mit übergroßen Schülerzahlen kämpfen, gab es dort kein Konkurrenzdenken.

Anmeldung im März

Vom 1. bis 12. März läuft die Probeanmeldung für die BOS. Das bedeutet, dass junge Leute sich anmelden können, sie aber eine Bestätigung erst bekommen, wenn klar ist, dass die Zahl der Interessenten reicht, um die Schule wirklich nach den Sommerferien starten zu lassen. Fischer geht aber davon aus, dass das dann sehr schnell geht. Denn im April muss er den nötigen Lehrerbedarf nach München melden.

Infoabend über die neue Schule am Dienstag, 9. Februar, 19.30 Uhr in der Aula der FOS, Achstraße 13. Zudem bietet Dietmar Bauer Beratungsgespräche an. Anmeldungen unter (08382) 949840. Einschreibung in die BOS vom 1. bis 12. März, 8 bis 16 Uhr

Informationen im Internet

www.fos-lindau.de

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