Bereit, den Staffelstab zu übernehmen

Von Benjamin Schwärzler | Lindenberg Um kurz nach 19 Uhr, als die Veranstaltung eigentlich schon hätte laufen sollen, wurde Stephan Bock das erste Mal sichtlich nervös. 'In Lindau waren es 400 Besucher', sagte der Landratskandidat der Freien Bürgerschaft. Doch an diesem Abend hatten sich nur etwa 80 bis 90 Interessierte im 'Löwen'-Saal in Lindenberg eingefunden, um der Vorstellung des 54-Jährigen beizuwohnen. Der Saal war locker für das Doppelte bestuhlt.

Als Bock dann nach der Vorstellung der FB-Kreistagskandidaten eigentlich hätte anfangen sollen, ließ er noch schnell ein weiteres Stück der Bläsergruppe 'Blos nei', ein Ensemble bestehend aus Lindenberger und Westallgäuer Musikschülern, einschieben. 'Vielleicht ist bei den Westallgäuern die Uhrzeit nicht richtig angekommen?', mutmaßte Bock. Um 19.43 Uhr ging es dann richtig los - und tatsächlich hatten sich in der Zwischenzeit noch ein paar Stühle gefüllt.

'Ich werde ein Landrat für alle Landkreisbürger sein. Und ich kämpfe um jede Stimme.' Mit diesen Worten eröffnete Stephan Bock seine multimediale Präsentation, mit deren Hilfe er sich erstmals seit Bekanntgabe seiner Kandidatur im oberen Landkreis vorstellte. Der amtierende Bürgermeister von Bodolz, der die Nachfolge von Dr. Eduard Leifert antreten möchte, griff auch zu Begriffen aus der Welt des Sports. Er wolle 'den Staffelstab übernehmen', seine Aufgabe als 'Teamchef' im Landratsamt vor allem als kreativer Dienstleister erfüllen und betonte: 'Der Star ist die Mannschaft - in diesem Fall der Landkreis Lindau.'

Bock unterteilte seinen Vortrag in drei Teile: Zuerst stellte er seine politischen Ziele vor, dann seine Errungenschaften als Bodolzer Gemeindeoberhaupt und schließlich sich als Privatperson mitsamt seiner Familie. Besonders die Frauen in seinem Leben hob er heraus: Ehefrau Michaela (42) und Mutter Edeltraut (87). 'Meine Mutter ist die, von der ich auch den Optimismus auf den Weg bekommen habe', sagte Bock. Ebenso verriet er: 'Ich bin ein Genussmensch. Das möchte ich auch nicht verstecken.' Einem guten Essen oder einem kühlen Bier sei er nicht abgeneigt.

Der Präsentation, die Bock per Laptop und Beamer an die Leinwand warf und mit einem drahtlosen Headset-Mikrofon kommentierte, merkte man die über 20-jährige Berufserfahrung als Marketingleiter der Sparkasse an. Der Landratskandidat formulierte klar und flüssig, sprach immer wieder frei und baute kleine Scherze ein, die im Publikum für Erheiterung sorgten. Zu einem Foto, dass ihn zusammen mit dem damaligen Landrat Klaus Henninger zeigt, meinte er beispielsweise: 'Er sieht mich hier etwas erwartungsvoll an. Vielleicht denkt er sich: Das könnte einmal mein Nachfolger werden'

Abgerundet wurde die Präsentation durch Fotos, Statistiken, Animationen und kleine Filme, deren Ton allerdings so leise war, dass man ihn in den hinteren Reihen nicht mehr verstehen konnte.

Im Anschluss an seinen fast einstündigen Vortrag bat Bock die Anwesenden, doch noch zu bleiben und mit Bier und Brezeln zu einem 'Freundschaftspreis' von einem Euro mit ihm und den anderen Kandidaten der Freien Bürger zu diskutieren. Ein Angebot, das die meisten Besucher gerne annahmen.

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