Belegarzt-Chirurgie ein Erfolgsmodell

Von Jürgen Stöcker Immenstadt Als vor fünf Jahren die Chirurgische Hauptabteilung im Immenstädter Krankenhaus einer privaten Belegarzt-Praxis viele Aufgaben übertragen musste, blieben Proteste und Unterschriften-Aktionen nicht aus. Doch ich bin dankbar, dass sich die Verantwortlichen damals nicht beirren ließen, um neue Akzente im Klinikverbund zu setzen, sagte jetzt beim kleinen Jubiläum Landrat Gebhard Kaiser. Mittlerweile sprächen Fachleute vom Erfolgsmodell Immenstadt. Die Chirurgische Belegarzt-Praxis Dr. Forster/ Dr. Schmelz erzielte bei einem schon beachtlichen Anfangs-Niveau jährliche Zuwachsraten von durchschnittlich zehn Prozent. Unsere Erwartungen, so Kaiser, wurden übertroffen, so dass wir Probleme hatten, die großen OP-Programme abzuwickeln. Und weil die beiden Ärzte Dr. Herbert Forster und Dr. Hans P. Schmelz (spezialisiert auf Chirurgie, Unfallchirurgie und Sportmedizin) den Patientenandrang allein kaum noch bewältigen können, holten sie sich personelle Verstärkung: Dritter im Bunde ist Dr. Walter Schmidt, zuletzt Oberarzt am Krankenhaus Füssen.

Der Neue in Immenstadt war unter anderem insgesamt acht Jahre in der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungs-Chirurgie bei Professor Mischkowsky am Krankenhaus Kempten tätig. Dr. Forster nannte bei der Vorstellung des Kollegen Schmidt die Expansion der Belegarzt-Praxis ein positives Signal in dieser problematischen Phase im Gesundheitswesen. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, die teilweise langen Wartezeiten in der Ambulanz verkürzen zu können. Landrat Kaiser sieht den Oberallgäuer Klinikverbund in einer Umbruchphase. Die bestehenden Strukturen könnten angesichts der Entwicklung auf dem Gesundheitssektor so nicht bleiben, kündigte er noch für heuer weitreichende Entscheidungen an. Dabei schloss er eine zusätzliche Privatisierung nicht aus: Es ist die Frage, ob in Zukunft Chirurgische Hauptabteilung und Belegabteilung nebeneinander her bestehen können, wie dies derzeit der Fall ist oder ob das Belegarzt-Modell möglicherweise in modifizierter Form zum Tragen kommt. Als Fortschritt für die Patienten wertete der Landrat eine jetzt geschlossene Vereinbarung mit der räumlich dem Krankenhaus Immenstadt verbundenen Praxis Dr. Weyrauch. Deren CT (Computer-Tomographie), die messerscharfe Bilder vom menschlichen Innenleben ermöglicht, könne vom Krankenhauspersonal nunmehr auch außerhalb der privaten Praxisstunden genutzt werden also nachts und an Wochenenden. Was gerade für eine schnelle und zuverlässige Diagnose bei Schwerstunfallverletzten bedeutend ist. Zudem schlossen die Oberallgäuer mit dem Klinikum Kempten eine Kooperationsvereinbarung über telemedizinische Befunde. Dies bringt eine deutliche Verbesserung der radiologischen Versorgung der Bevölkerung im südlichen Oberallgäu, stellte Gebhard Kaiser zufrieden fest.

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