Beitrag zum Erhalt der Tradition

Kaufbeuren (avu). - Immer wieder werden öffentlich zu hohe Mieten für Geschäftsräume in der Innenstadt kritisiert. Sie seien mitverantwortlich für leerstehende Läden. Auch beim Sparmarkt in der Kaiser-Max-Straße, der im Januar schloss, wurde dieser Vorwurf, unter anderem vom Betreiber, erhoben. Wir sprachen darüber mit Edith Hartl-Probst (München) von der Geschäftsführung der Firma J. J. Probst Gmb H & Co. KG, der das Gebäude gehört. Frau Hartl-Probst, ein konkretes Beispiel vorweg. Das Ende des Sparmarktes in der Kaiser-Max-Straße soll auch durch Mietverhandlungen bedingt sein, bei denen sich die eine Seite angeblich keinen Millimeter bewegt hat. Dieser geäußerte Vorwurf richtet sich an Sie, oder? Hartl-Probst: Mieter des Sparmarktes ist zurzeit noch die Spar AG, der letzte Betreiber hatte mit dieser einen Untermietvertrag abgeschlossen. Weder die Spar AG noch der Betreiber sind an uns mit der Bitte um eine Herabsetzung der Miete herangetreten. Bei einer selbst für Kaufbeurer Verhältnisse bescheidenen Netto-Monatsmiete von zirka 5000 Euro für insgesamt 645 Quadratmeter, wobei die reine Verkaufsfläche 436 Quadratmeter beträgt, war dazu auch kein Grund gegeben. Zu Beginn des Jahres 2003 hatte sich die Miete durch Wegfall einer Zusatzmiete für diverse Investitionen im Jahr 1998 automatisch um etwa 500 Euro vermindert. Angesichts der historischen Bedeutung des Gebäudes und Geschäftsstandortes stehen Sie bei Mietforderungen und Investitionen auch in einer gewissen Pflicht, nicht nur den Ertrag in den Vordergrund zu stellen. Woran lässt sich das bei Ihnen denn ablesen? Hartl-Probst: Es ist ja bekannt, dass die Eigentümer-Familie der J. J. Probst Gmb H & Co unter erheblichem finanziellen Aufwand alle ihr gehörenden Häuser in der Kaiser-Max-Straße, Schlosserhalde und am Kirchplatz vor einigen Jahren aufwändig saniert hat, dazu gehörten auch neue Personalräume und eine neue Fleischabteilung für den Sparmarkt. Auf die Mieterhöhung, die aufgrund der Sanierung auf den Sparmarkt angefallen wäre, haben wir verzichtet. Für die Zeit des Umbaues haben wir die Miete um 50 Prozent reduziert. Einen einmaligen finanziellen Beitrag der Spar AG als Hauptmieter haben wir noch aufgestockt und damals etwa 50000 D-Mark dem Pächter für teilweise Neueinrichtung und Ausstattung überlassen. Mit diesen Maßnahmen wollten wir einen Beitrag leisten, um die Tradition des Stammgeschäftes der J. J. Probst Gmb H & Co, das ja in seinen Ursprüngen über 200 Jahre alt ist, zu erhalten.

Kritik an der Stadt Halten Sie Ihre Bemühungen für ausreichend gewürdigt in der Öffentlichkeit? Hartl-Probst: Leider honoriert die Stadtverwaltung solche Bemühungen um den Erhalt einer gesunden Einzelhandelsstruktur im Zentrum genau so wenig - wie die Parksituation in der Altstadt zeigt -, wie sie die Sanierung von privater Seite honoriert. Zu den immer wieder veröffentlichten Hinweisen, dass erhebliche Zuschüsse zu den Sanierungskosten gegeben wurden, möchte ich nur zwei Beispiele von mehreren anführen: Für das betreffende Gebäude Kaiser-Max-Straße 18 mussten wir einen genehmigten und bereits ausbezahlten Zuschuss wieder zurückzahlen, da ein Sachbearbeiter der Regierung von Schwaben feststellte, dass wir mit der Investition keinen langfristigen Verlust machen. Für die Sanierung des so genannten Ganghoferhauses betrug der Zuschuss des Denkmalschutzamtes lediglich zirka 3000 Euro. Interview

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