Beim Bock lässt es sich gut Derblecken

Blonhofen (kle). - Mit einem zünftigen Starkbieranstich folgte die Aktienbrauerei Kaufbeuren der mönchischen Tradition, die Fastenzeit durch ein besonders nährreiches und schmackhaftes Bier angenehmer zu machen. Zahlreiche Gäste waren der Einladung ins Stadltheater gefolgt, um den untergärigen dunklen Martinsbock mit 18 Prozent Stammwürze und 7,5 Prozent Alkohol zu probieren. Dazu gab es köstliche Schmankerl aus der Wirtsküche von Familie Max Zitt. Nach einer informativen Einführung über die Herkunft des Bieres im Allgemeinen und des Bocks im Besonderen durch den Vorstand der Aktienbrauerei, Dr. Klaus Rübelmann, schritt Landrat Johann Fleschhut mit Zapfhahn und Hammer zur Tat. Nach sechs kräftigen Schlägen hieß es 'Anzapft isch!' Dazu ertönte launige Musik von 'Blechragu' und Georg Ried, der auch durch den Abend führte.

Wildmoser & Co. Richtig komplett wird ein Starkbieranstich aber erst durch das 'Derbleckn', dem kabarettistischen Herziehen über die Prominenz. So machte sich der Kaufbeurer Mundartautor Werner Blind seine Gedanken um die wilde Fahrt des Daniel Kübelböck, die große und lokale Politik und den Skandal um die Münchner Fußball-Löwen. 'Der große Wildmoser isch ganz klein, den hand se naus auf Stadlheim. Noch'm Strauß Max tät ma au lechza - no wäret's scho zwei zum Sechsesechzga!' Auch das Mautfiasko und den Kaufbeurer Kulturpreis nahm er aufs Korn: 'Scho wer det im Boga brunzt, isch Anwärter für Kultur und Kunscht'. Aber nicht nur Politiker und Prominente mussten sich so einiges gefallen lassen, auch die Herren der Schöpfung bekamen ihr Fett auf musikalisch-charmante Art durch Christiane und Sandra weg. 'Komm loset, iar Fraua, denn jetzt kommt er dra - dr Ma!' Auch wenn im männlichen Publikum so manches schmerzhafte Aufstöhnen zu hören war, so dankten sie den beiden Sängerinnen mit jubelndem Applaus für ihre Darbietung.

Ergebnis von zwölf Wochen Während dessen wurde dem in zwölf Wochen gebrauten Martinsbock kräftig zugesprochen. Drei Braumeister und vierzehn Brauer stehen hinter dem köstlichen Nass, das die Fastenzeit nicht nur den Mönchen versüßt. Denn Flüssiges bricht Fasten nicht! Als dümmlicher Feuerwehrmann begeisterte der Oberthingauer Alfons Breckle, der sein Amt auf drei Dinge reduzierte: 'A bizzle spritza, a bizzle dumm rumstau und an Kaschta Bier saufa!' Danach eroberte die bayerische Politprominenz die Bühne: Verblüffende Doubles von Johann Fleschhut, Landwirtschaftsminister Josef Miller und Ministerpräsident Edmund Stoiber gestanden 'Ja, ja das freie Bier, das trinken gerne wir!' und ließen den Freistaat hochleben: 'Wir haben das bessere Bier und die besseren Politiker'. Zu den zünftigen Weisen der Alt-Bayerischen Musikanten aus Straubing unter der Leitung von Franz Gerstbrein wurde bis spät in die Nacht gefeiert.

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