beim bayerischen Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu

Memmingen (gw). - Die Nachricht, dass die Bundeswehr gesprächsbereit ist und damit möglicherweise eine zivile Mitnutzung des Fliegerhorstes in Lagerlechfeld Realität wird, sorgt seit Tagen für Gesprächsstoff. Ob sich damit eine fliegerische Nachnutzung des Fliegerhorstes in Memmingerberg erledigt hat, darüber sprachen wir mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu. Inwieweit ist das Thema 'Zivilflug in Lagerlechfeld' in trockenen Tüchern? Wiesheu: Noch gar nicht. Die Bundeswehr hat lediglich zum ersten Mal signalisiert, eine zivile Mitnutzung zuzulassen. Das gilt für die Landebahn, den Tower und andere Flugsicherungsanlagen. Neu errichtet werden müssten Abfertigungsgebäude, Abstellanlagen für Flugzeuge, Parkplätze und vieles mehr. Das müsste aber alles erst geregelt werden. Näch-ste Voraussetzung für eine Realisierung wäre, dass die Träger des Flughafens Augsburg mitmachen. Als dritter Punkt ist abzuklären, was das Ganze kostet und wie es mit der Finanzierung ausschaut. Die Dinge sind alle noch offen. Das, was wir jetzt haben, ist eine Möglichkeit. Mehr nicht. Ob es dann am Schluss so läuft, kann noch gar nicht gesagt werden.

Falls Lagerlechfeld realisiert wird: Bedeutet das, dass der Regionalflughafen Memmingerberg automatisch gestorben wäre? Wiesheu: Das bedeutet es nicht automatisch. Es gibt zu viele Klippen, die zunächst einmal überwunden werden müssen. Geht das nicht, bleibt alles beim Alten. Wenn Lagerlechfeld käme, müsste man mit den Betreibern in Memmingen reden, welche Auswirkungen das für sie haben kann. Heute zu sagen, dass dieses gelaufen ist und jenes nicht, wäre vollkommen falsch. Könnten Sie sich vorstellen, dass zwei Regionalflughäfen parallel nebeneinander existieren? Wiesheu: Dazu müsste man zunächst einmal schauen, was wir für Einzugsbereiche hätten und wie sich diese überschneiden. Es kommt schließlich darauf an, wie tragfähig beide Flughäfen wären. Heute irgendwelche Prognosen abzugeben, wäre in den Nebel gegriffen. Niemand hat bisher irgendwelche Daten oder Unterlagen. Wir haben eine neue Situation, die es abzuklären gilt. Erst dann wird eine Grundsatzentscheidung getroffen und dann sieht man auch weiter. Spekulationen über die Auswirkungen auf andere Standorte sind deshalb völlig verfrüht. Es wurde im Zusammenhang mit der Nachricht über eine mögliche zivile Mitnutzung in Lagerlechfeld Kritik geübt, dass die Verhandlungen hinter den Kulissen gelaufen sind, und die Verantwortlichen in Memmingen und im Unterallgäu nicht eingebunden wurden. Wiesheu: Es ist niemand eingebunden worden, weil man so etwas entweder nur unter vier Augen machen kann oder gar nicht. Es ist schon ein paar Mal groß angekündigt worden - auch in der Presse - dass eine zivile Mitnutzung in Lagerlechfeld möglich sei und dann sind sie doch mit leeren Händen dagestanden. Ist es vorstellbar, dass der Freistaat Lagerlechfeld und Memmingerberg fördert? Wiesheu: Das sind alles Zukunftsthemen und ich weigere mich, mit der Stange im Nebel herumzustochern. Nachgefragt

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