Bei Haustürgeschäften immer Vorsicht geboten

Kaufbeuren (fro). - In Kaufbeuren sollten momentan Türen und Fenster besser geschlossen bleiben, 'als bei einem Haustürgeschäft neue zu kaufen', empfiehlt ein AZ-Leser. Seiner Nachbarin seien nämlich zwei neue Fenster für 1800 Euro an der Haustür verkauft worden und man habe sie noch nicht einmal über ihr Rücktrittsrecht aufgeklärt. 'Bei Haustürgeschäften ist immer Vorsicht angesagt', stellt Hauptkommissar Christian Abenthum von der Kaufbeurer Kripo dazu fest. Am Leinauer Hang seien Vertreter unterwegs, die Türen und Fenster verkauft hätten. Einer fast 90-jährigen Frau wurden offenbar zwei neue Fenster und deren Einbau für 2500 Euro offeriert. Die Frau zeigte Interesse, weshalb ihr die Vertreter wohl scheinbar entgegenkamen: Für den Ausbau der alten und den Einbau der neuen Fenster hätte sie nun nur noch 1800 Euro zahlen sollen. Die Frau ließ sich von diesen Angebot überzeugen und unterschrieb einen Vertrag. Der AZ-Leser bekam das als Nachbar mit und stellte dabei einige Besonderheiten fest: Demnach hätte die Nachbarin rund 1300 Euro für zwei normale Fenster zahlen müssen. Das sei schon teuer genug, aber dazu wären noch ungefähr 500 Euro für den Einbau gekommen.

Der Einbau sei nach laufenden Meter berechnet worden - und zwar 45 Euro pro Meter. 'Das ist ungefähr das Zehnfache des normalen Preises', meint der Leser nach einem Preisvergleich. Er stellte außerdem fest, dass die Frau von den Vertretern nicht auf ihr Rücktrittsrecht hingewiesen worden sei. Er empfahl deshalb seiner Nachbarin, angesichts der 'marktfremden Preise' auf dieses Rücktrittsrecht zu bestehen und den Vertrag zu kündigen. Er weist aber darauf hin, dass vermutlich weitere Leute einen Vertrag abgeschlossen haben. 'Die sollten sich erst einmal bei den hiesigen Firmen nach den Preisen erkundigen oder den Vertrag kündigen.' Die Kripo kann in diesem Fall nicht einschreiten. Da die Frau den Vertrag schon gekündigt habe, gebe es keine geschädigte Person. Ein Straftatbestand wie Sittenwidrigkeit hätte zwar vorliegen können, allerdings müsse das die Kripo im Einzelfall überprüfen. Bevor man ein Haustürgeschäft eingeht, sollte man in jedem Fall einen Leistungsvergleich mit anderen Firmen machen, empfiehlt Abenthum. Im Zweifelsfall kann man innerhalb von 14 Tagen von Haustürgeschäften zurücktreten. Findet keine Belehrung über diese Möglichkeit statt, so verlängert sich die Frist auf insgesamt vier Wochen, so Abenthum.

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