Füssen
Bei der offiziellen Eröffnung schaut Füssen in die Röhre

Füssen ist zwar gewichtiger Schauplatz der Landesausstellung «Bayern-Italien» - bei der offiziellen Eröffnung im Mai 2010 jedoch schaut die Stadt in die Röhre: Der Festakt der Staatskanzlei mit rund 1000 geladenen Gästen, darunter voraussichtlich auch Ministerpräsident Horst Seehofer, findet allem Anschein nach in Augsburg, dem zweiten Ausstellungsort, statt.

«Die Ausstellung fängt thematisch in Füssen an - da hätte es eine gewisse Logik gehabt, auch dort die offizielle Eröffnung stattfinden zu lassen», erläutert Dr. Rainhard Riepertinger vom verantwortlichen Haus der bayerischen Geschichte.

Doch mangels geeigneter Räume kommt jetzt wohl das Augsburger Textilmuseum zum Zug. Denn die vom Haus der bayerischen Geschichte wegen ihrer Größe und ihrer Nähe zu den Ausstellungsräumen favorisierte Stadtpfarrkirche St. Mang scheidet nach Rücksprache mit der Kirche als Eröffnungsstätte aus. Eine Tatsache, die in Füssen hinter den Kulissen zu teils heftigen Reaktionen und vereinzelt sogar zum Vorwurf führte: Die Kirche habe die Chance zunichtegemacht, dass Füssen einen Tag lang im Fokus nationaler Medien steht.

Das jedoch wollen weder Dr. Riepertinger noch Dr. Christoph Goldt von der bischöflichen Pressestelle in Augsburg so stehen lassen. «Die Eröffnung hätte durchaus in St. Mang stattfinden können», verdeutlicht Goldt die Sicht der katholischen Kirche. Es sei aber klar, dass mit so einer weltlichen Feier in einem Gotteshaus zumindest ein «geistlicher Impuls» verbunden sein müsse.

«Die Spannweite dafür ist recht frei», verweist der Sprecher der Diözese beispielsweise auf ein geistliches Lied, ein Segensgebet oder eine kirchliche Meditation. Und weiter: «Es muss keinesfalls ein Gottesdienst oder eine Andacht sein.» Gute Anknüpfungspunkte böte etwa die geistliche Barockmusik, noch dazu, wo der Themenbereich Kirche bei der Landesausstellung im Einklang mit Kunst und Kultur eine tragende Rolle spiele.

Ausstellungschef Riepertinger hat «vollstes Verständnis» für die Haltung von Dekanat und Diözese. Dennoch vertrage sich diese nur schwer mit den weltlichen Elementen der Eröffnungsfeier unter dem Titel «Kaiser, Kult, Casanova». «Ziel der Eröffnung ist es ja auch, Appetit auf die Ausstellung zu wecken, etwa durch fetzige Musik des 20. Jahrhunderts.» Weil sich in Füssen keine Alternativen gefunden hätten - das von Bürgermeister Paul Iacob vorgeschlagene Festspielhaus etwa sei zu weit vom Kloster entfernt - komme nun Augsburg zum Zug. Dennoch werde Füssen nicht leer ausgehen, so Riepertinger: Als Ausgleich ist am selben Tag eine Serenade samt Riesen-Eröffnungsfest geplant. «Das wird eine hochkarätige Sache, da geben wir richtig Gas.

» Der große Vorteil: «Hier können alle Bürger mitfeiern.» Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich ja sogar Iacobs Hoffnung: «Morgens ist der Ministerpräsident an diesem Tag in Augsburg und abends in Füssen.»

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