Bei der nächsten Flut auf der sicheren Seite

Kempten (pa). - Das nächste Illerhochwasser kommt bestimmt irgendwann. Doch selbst wenn es sich schon morgen und mit einer solchen Wucht wie an Pfingsten 1999 durch die Stadt wälzen würde, könnten sich die Bewohner auf der Westseite des Flusses sicher fühlen. Dort ist nämlich jetzt die letzte Lücke so weit geschlossen, dass künftig nichts mehr passieren kann. Bis Ende 2004 sollen auch die restlichen Schutzmaßnahmen auf der Ostseite beim Augartenweg fertig sein. Der 'Weltwassertag', den die UNO heuer unter das Motto 'Wasser und Naturkatastrophen' gestellt hat, war der Anlass dafür, dass sich Vertreter der Stadt und des Wasserwirtschaftsamtes beim Illerpegel am Weidacher Weg trafen. Ein Treffen sozusagen am rechten Ort und zur rechten Zeit. Denn in diesem Bereich, so OB Dr. Ulrich Netzer, hätten die Bürger seit der Flutkatastrophe 1999 'in einer gewissen Angst gelebt'. Wofür es aber, so Helmut Weis vom Wasserwirtschaftsamt, nun keinen Grund mehr gebe. Denn der letzte, 680 Meter lange Teil der Schutzmauer zwischen Illerpegel und Friedhof, deren Bau sich durch die Klage eines Anliegers um etwa ein Jahr verzögert hatte, ist inzwischen 'wasserdicht'. Jetzt fehlen nur noch die Abschlusssteine. Sehen kann man von der Schutzmauer nur den kleineren Teil. Denn die geht tief in den Boden, damit sie nicht unterspült werden kann. In etwa zwei Monaten sollen die Restarbeiten am Augartenweg folgen, bis Jahresende soll alles fertig sein. Und dann, so Wasserwirtschaftsamts-Chef Hans-Joachim Weirather, hat die Kemptener Innenstadt auf beiden Flussseiten einen durchgehenden Hochwasserschutz von der Spinnerei und Weberei bis zur Nordspange. Der sei so ausgelegt, dass er ein Hochwasser wie an Pfingsten '99 verkraften könne. Damals waren pro Sekunde bis zu 820 Kubikmeter Wasser illerabwärts gerauscht. Ein Ereignis, wie es nach den Berechnungen der Fachleute im Schnitt nur alle 300 Jahre vorkommt.

Viele Jahre nur Stückwerk Pfingsten '99 war sogar noch schlimmer als das 'Jahrhunderthochwasser' von 1910. Allerdings war damals die Innenstadt noch völlig ungeschützt und soff komplett ab. Das war dann, so OB Netzer, der Auslöser für erste Schutzmaßnahmen, die freilich über lange Zeit Stückwerk geblieben seien. Erst ab 1985 wurden schließlich die Mauern und Dämme errichtet, die jetzt der Innenstadt effektiven Schutz bieten. Ausgegeben wurden dafür, so Weirather, insgesamt 3,3 Millionen Euro. Davon entfallen 1,8 Millionen Euro auf den letzten Abschnitt, wovon der Freistaat 65 und die Stadt 35 Prozent aufbringen müssen.

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