bei der Kemptener Polizei

Dietmannsried(sh). - Eine ungewöhnliche Schuldfrage beschäftigt derzeit die Ermittler der Kemptener Polizei: Sie müssen klären, ob ein nicht angeschnallter Mitfahrer den Tod einer 77-Jährigen mit zu verantworten hat. Die Frau war vor dem Mann auf dem Beifahrersitz gesessen und bei einem Unfall so schwer verletzt worden, dass sie wenig später im Krankenhaus starb. Wir sprachen mit Polizeisprecher Ulrich Hieber von der Kemptener Polizeidirektion über die Folgen des Verkehrunfalls, der sich am Dienstagabend nahe Dietmannsried-Schrattenbach ereignet hatte. Wie kommt es zu der Theorie, dass den 55-jährigen Mitfahrer eine Mitschuld am Tod des 77 Jahren alten Unfallopfers treffen könnte? Hieber: Derart schwere Verletzungen von angegurteten Beifahrern sind bei diesem Unfallhergang unüblich. Nach erster Einschätzung durch Unfallermittler ist der Mitfahrer im Fond von hinten gegen den Beifahrersitz geschleudert worden. In so einem Fall liegt die Aufprallkraft beim Vielfachen des Körpergewichtes, so dass auf einen Körper nicht nur die Wucht der Kollision mit dem anderen Fahrzeug einwirkt. Wie werden die Ermittler der Polizei nun weiter vorgehen? Hieber: Ein Obduktion des Leichnams wurde angeordnet.

Außerdem wurde ein Unfallsachverständiger hinzugezogen. Er begutachtet die Unfallfahrzeuge, rechnet Geschwindigkeiten aus und bezieht die Verletzungen der Unfallbeteiligten und deren Sitzpositionen mit ein. Wie würde gegebenenfalls die Schuld zwischen Unfallverursacherin und Mitfahrer aufgeteilt? Hieber: Ermittlungen werden gegen die Unfallverursacherin und den Mitfahrer eingeleitet. Durch genaue Feststellung der beim Unfall entstandenen Verletzungen kann durch Sachverständigen eine kausale Zuordnung der Verantwortlichkeiten erfolgen. Darauf basierend wird von der Staatanwaltschaft der entsprechende Schuldvorwurf erhoben. Welche Folgen hätte eine mögliche Mitschuld konkret für den nicht angeschnallten Mitfahrer? Hieber: Der Mitfahrer hat gegen die Gurtanlegepflicht verstoßen und möglicherweise dadurch eine andere Person verletzt. Als erwachsene Person war er selbst für seine Sicherung im Auto verantwortlich. In diesem Zusammenhang möchte die Polizei dringend dazu aufrufen, Gurte anzulegen. Auch sind Air Bags und Knautschzonen nur in Zusammenhang mit Gurten wirksam. Nachgefragt

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