Bei der 300sten Wannengeburt

Füssen (dec). - Montag, 26. Januar, 18.39 Uhr - für die meisten wohl keine besondere Zeit. Anders für die kleine Klara. In diesem Moment erblickte sie nämlich das Licht der Welt. Das Besondere an ihrer Geburt: Klara ist das zweihundertste Baby, das in der Geburtsbadewanne des Füssener Krankenhauses geboren wurde und folgt damit ihrer Schwester Eva-Maria, die dort vor gut zwei Jahren als hundertste Wassergeburt gezählt worden war. Dass Renate Zimmermann, die Mutter der beiden Mädchen, auf die Jubiläen keinen großen Einfluss hatte, dürfte klar sein, denn 'planen kann man so etwas gewiss nicht', meint auch Dr. Enno Behrends, der Chefarzt der gynäkologischen Abteilung im Füssener Krankenhaus. Scherzhaft fügt er noch hinzu: 'Sollte Frau Zimmermann es aber schaffen, auch noch das 300ste Baby in der Wanne zu bekommen, geb ich einen aus.' Worin aber liegt nun die Besonderheit der Geburtsbadewanne? 'In erster Linie einmal sind die Frauen im Wasser wesentlich entspannter', erklärt Chefarzt Behrends. Weniger Schmerzmittel und auch viel seltener Dammschnitte oder -risse sind die Folge. Das Wasser macht das Gewebe weicher und trägt zudem, was den werdenden Müttern hilft, sich leichter zu fühlen. Zusätzlich schafft die weitere Ausstattung des Raumes - gedämpftes Licht, Musik und eine Duftlampe - eine gemütliche Badewannenatmosphäre. Das tut nicht nur den Müttern gut. 'Keine meiner Töchter hat nach der Geburt geschrieen. Sie waren total relaxed', erinnert sich Renate Zimmermann. Auf die Idee mit der Wanne brachte sie seinerzeit eine Freundin. 'Ich war und bin davon überzeugt, deshalb kam auch beim zweiten Kind nichts anderes in Frage', sagt die 33-jährige Mutter aus Lengenwang.

Außer es drohen Komplikationen Allerdings hat die Wassergeburt auch einen Nachteil. 'Wir Helfer sind dabei etwas eingeschränkt', erklärt Birgit Eberle, die Hebamme. Aus diesem Grund dürfen auch nur Frauen zum Gebären in die Wanne, wenn Komplikationen ausgeschlossen werden können. Sollten dennoch welche auftreten, werden sie unverzüglich aus dem Wasser geholt.

'Älteste Pritschler' im Landkreis Die Wanne im Füssener Krankenhaus steht seit Juni 2000. 'Wir sind damit die ältesten Pritschler im Ostallgäu', berichtet Dr. Behrends. Die entspannende Wirkung des Wassers wurde aber schon früher genutzt. 'Wir haben schon vorher jede Frau vor der Entbindung in ein Entspannungsbad gelegt. Jetzt bleiben viele einfach gleich drin', beschreibt der Arzt. Ein Fünftel bis ein Viertel der werdenden Mütter nutzen die Eigenschaften des Wassers als Geburtshilfe. Für die Väter ändert sich durch die Wanne nichts. 'Man kann nur hilflos zusehen und vielleicht die richtige Musik auflegen', meint Markus Zimmermann, der Vater von Eva-Maria und Klara.

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