Begleitung auf dem letzten Lebensweg

Marktoberdorf(sg). - Hospiz - das bedeutet Begleitung auf dem letzten Abschnitt des Lebensweges. Der Hospizverein Kaufbeuren/Ostallgäu bietet seit 1996 Menschen mit fortgeschrittener, unheilbarer Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung Hilfe und Begleitung an. Die ökumenische Initiative stützt sich dabei auf Männer und Frauen, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen. Sie werden umfangreich geschult. Und erst jüngst konnte ein Kurs mit zehn Teilnehmern abgeschlossen werden. Zu den Hospizhelfern gehören einige Marktoberdorfer. Sie wollen sich in Kürze als eigene Gruppe vorstellen. Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die in der Regel aus dem Alltag ausgeklammert sind. Nicht so bei der Hospiz-Bewegung, die sich einer aktiven Auseinandersetzung mit diesen Tabus stellt. Dies ist auch Grundlage der Schulungen, denen sich die Hospizhelfer unterziehen.

Belastungen intensiv empfinden Sie lernen darüber hinaus auf die Bedürfnisse Schwerstkranker, Sterbender und deren Angehörige einzugehen. Sie erfahren, wie durch die Linderung von körperlichen, seelischen und sozialen Leiden oder Belastungen 'Leben bis zuletzt' als lebenswert und als intensiv empfunden werden kann. Zeit haben, offen sein, zuhören können, Verschwiegenheit und Kontaktfähigkeit - dies sind einige der Fähigkeiten, die die Helfer mitbringen müssen. Je acht bis zehn Abende dauert die Theorie-Schulung in Grund- und Aufbaukurs. Dazu kommen je 25 Stunden in einer Sozialstation, in Krankenhaus, Altenheim oder auf der Palliativstation. Insgesamt wurden bislang 65 Hospizhelferinnen und -helfer ausgebildet. Rund 50 Betreuungen wurden im Jahr 2003 bewältigt. Dem standen rund 90 Anfragen gegenüber. 'Wir können ein Stück weit helfen, dass Schwerkranke länger zu Hause bleiben können', sagt die Marktoberdorferin Gisela Lehmeyer, die seit einigen Jahren als Einsatzleiterin für den Hospizverein tätig ist. Vertrauen sei die Basis dieses Dienstes. Wie Gisela Lehmeyer gehört Sonja Goldemund dem Vereinsvorstand an. Beide sehen wachsenden Bedarf bei der Begleitung im letzten Lebensabschnitt. Aber nicht nur in den Familien, auch in Krankenhäusern oder Heimen sei der Dienst der Helfer sehr gefragt. Finanzielle Unterstützung kommt dabei vom Landkreis und von der Stadt Kaufbeuren.

'Ihr sollt ein Segen sein' Zum Abschluss des jüngsten Kurses fand in St. Magnus in Marktoberdorf ein ökumenischer Gottesdienst statt, bei dem Pfarrer Christian Grötzner, Zweiter Vorsitzender des Vereins, das Thema 'Ihr sollt ein Segen sein' in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte. Er betonte, dass bei diesem Kurs neben den Helfern erstmals auch Mitarbeiter von Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Institutionen mit ausgebildet wurden, die den Hospiz-Gedanken als Multiplikatoren weiter tragen sollen. In seinem Grußwort bekundete Landrat Johann Fleschhut seine Verbundenheit mit dem Hospizverein, der seine Mitgliederzahl auf 380 steigere. Für das Krankenhaus Marktoberdorf dankte Prof. Dr. Sprandel. Der Geschäftsführer des Caritasverbandes Ostallgäu, Franz Gast, wünschte sich, dass der Verein den eingeschlagenen Weg zu mehr Menschlichkeit weitergehen möge. i Interessenten für eine Schulung zum Hospizhelfer können sich wenden an Gisela Lehmeyer unter der Telefonnummer 08342/7177 oder aber auch an die Geschäftsstelle des Hospizvereins Kaufbeuren/Ostallgäu, Telefon 08341/994443. Unter diesen beiden Nummern gibt es auch weitere Informationen über eine mögliche Begleitung.

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