Waltenhofen / Buchenberg
Bedenken gegen Fusionen

Irgendwie erinnert das an Spielgemeinschaften im Fußballsport: Die Schulen aus Buchenberg, Waltenhofen und Weitnau sollen wegen sinkender Schülerzahlen eine gemeinsame Mittelschule bilden. Allerdings löst das Konzept Bedenken aus. In Buchenberg stimmten die Gemeinderatsmitglieder den Fusionsplänen dennoch zu, in Waltenhofen regte sich noch stärkerer Widerstand. Eine Abstimmung wurde dort nach längerer Diskussion verschoben.

l Buchenberg: Ein Zusammenschluss ist keine Ideallösung, sind sich die Buchenberger Gemeinderäte einig. Die sei aber in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge ohnehin nicht mehr möglich, weshalb man nach Alternativen Ausschau halten müsse. «Ich habe mich mit meinen Kollegen oft und lange an einen Tisch gesetzt», berichtete Buchenbergs Rektor Walter Wulff. «Wir sind alle nicht sehr begeistert von einer gemeinsamen Mittelschule.» Aber die Zahlen würden ihnen keine andere Möglichkeit lassen.

Tendenz rückläufig

Wulff nennt ein Beispiel: In der Grundschule Buchenberg lernten einst um die 270 Buben und Mädchen. Heute sind es nur noch 150. Tendenz weiter rückläufig. Die Konsequenz daraus: Buchenberg alleine könnte sich vermutlich als Standort eines M-Zweiges nicht halten.

Waltenhofen und Weitnau wären in ihrer Existenz ebenfalls gefährdet.

l Waltenhofen: «Wir können zu einem Schulverbund nicht gezwungen werden,» zeigte sich Waltenhofens Schulleiterin Susanne Schumacher im Gemeinderat kämpferisch. Aber sie stellt sich auch die Frage, ob solch ein Verbund für die Zukunft vielleicht besser wäre.

Denn vor dem Hintergrund sinkender Geburtenzahlen in Waltenhofen und einer «Übertrittsquote an weiterführende Schulen von 60 Prozent - Tendenz steigend» habe die Hauptschule auf lange Sicht hin gesehen wohl Probleme zu überleben. Alleine könne Waltenhofen keine Mittelschule werden, machte sie deutlich. Voraussetzungen dafür seien unter anderem:

l Berufsorientierung in den Zweigen Wirtschaft, Technik und Soziales.

l Möglichkeit eines mittleren Bildungsabschlusses (M-Zweig)

l Kooperation mit Berufsschule oder Firmen

l Ganztagsangebot

Die Abwägung pro und contra Mittelschule würden der Schulleiterin allerdings schlaflose Nächte bereiten. Detaillierte Fragen zum Schulverbund seien ihr vom Schulamt noch nicht beantwortet worden (siehe auch Bericht oben).

Bürgermeister Eckhard Harscher regte deshalb an, eine Entscheidung über den Schulverbund zu verschieben. Gemeinderat Heinz Möschel sprach von einem «üblen Schwarzen-Peter-Spiel».

Er befürchtet: «Wenn wir nicht handeln, fahren wir wohl noch schlechter.» Stefan Sommer sieht durch einen Verbund zur Mittelschule eine Aufwertung. «Wir sichern dadurch den Schulstandort und haben über Buchenberg eine direkte Verbindung zum mittleren Schulabschluss.»

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