Bedenke Mensch, dass du Staub bist

Rieden am Forggensee(tom). - Wo kommt eigentlich die Asche her, mit der die Pfarrer am heutigen Aschermittwoch den Gläubigen das Kreuz auf die Stirn zeichnen? Pfarrer Glaser aus Rieden am Forggensee weiß nicht nur auf diese Frage eine Anwort, sondern auf viele mehr zum heutigen Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit. Die Fastenzeit wurde durch das Konzil von Nicäa im 4. Jahrhundert festgelegt und dauert 40 Tage - eine Zahl, die sich in wichtigen biblischen Ereignissen wiederfindet: Jesus fastete nach seiner Taufe im Jordan 40 Tage lang; Moses verbrachte 40 Tage auf dem Berg Sinai; das Volk Israels wanderte 40 Tage durch die Wüste. Dass der erste Tag der Fastenzeit heute Aschermittwoch heißt, rührt von dem Aschekreuz her, das seit dem 10. Jahrhundert an die Gläubigen ausgeteilt wird. Asche ist seit jeher das Symbol für die Vergänglichkeit des Menschen, an die auch während der Austeilung des Aschekreuzes erinnert wird: 'Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst '. Asche soll den Men-schen aber auch an Buße und Besinnung gemahnen. So wurde schon lange vor der Einführung des Aschekreuzes den Büßern Asche aufs Haupt gestreut. Daraufhin wurden diese für die Dauer der Fastenzeit aus der Kirche gewiesen, um am Gründonnerstag wieder feierlich aufgenommen zu werden.

Symbol für neues Leben Dennoch ist Asche auch stets ein Zeichen für neues Leben, wenn man beispielsweise an die Düngung von Felder durch das Abbrennen der Stoppeln denkt. Außerdem wird die Asche als Symbol der Reinigung verwendet, wie Pfarrer Glaser erklärt. Dieser großen Symbolik wird auch die Asche gerecht, die heute für das Aschekreuz verwendet wird: Sie stammt aus der Verbrennung der Zweige vom vergangenen Palmsonntag und ist somit ein Zeichen des Weges vom Tod zum Leben. Auch die am heutigen Aschermittwoch beginnende 40-tägige Fastenzeit (die Sonntage werden dabei nicht mitgerechnet) bringt ihre wichtigen Bräuche mit sich. So soll während dieser Zeit auf Fleisch und Alkohol verzichtet werden. Im Mittelalter waren die Fastenregeln noch wesentlich strenger: man durfte nur drei Bissen Brot und drei Schluck Bier oder Wasser zu sich nehmen. Denn Bier nahm schon immer eine Ausnahmestellung in der Fastenzeit ein. Während der strengen Regeln begannen die Klöster mit dem Brauen von Starkbier, mit dem die Mönche nicht dagegen verstießen, das aber einen sehr hohen Nährwert hatte. Und bis heute hat sich die Tradition des Starkbieranstichs am Aschermittwoch erhalten, wobei diese nicht mehr viel mit dem christlichen Brauchtum von damals zu tun hat - ganz anders dagegen das Aschekreuz, das heute auf die Stirn gezeichnet wird.

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