Baumfrevel oder Geschmacksfrage?

Rieden (fro). - In Rieden steht ein Baum auf dem Grund der Gemeinde, dessen Äste in ein privates Grundstück hineinragen. Deshalb hat die Grundstücksbesitzerin den Baum großzügig beschnitten. Das wiederum empfindet der Vorsitzende des Riedener Obst- und Gartenbauvereins, Winfried Tuemmler, als einen 'Baumfrevel', da der Baum auf 'übelste Weise zugerichtet' worden sei. Die Besitzerin ist sich aber keiner Schuld bewusst, während der Riedener Bürgermeister, Ludwig Landwehr, den Zwist eher als eine Sache des ästhetischen Empfindens ansieht. Früher war das Grundstück, auf dem der Baum steht, eine landwirtschaftliche genutzte Fläche. Unter dem Baum steht ein Feldkreuz. Doch das Land wurde zu Bauland der Gemeinde Rieden. Damit steht der Baum mit dem Feldkreuz nicht wie früher am Ende eines Weges, sondern inzwischen vor einem privaten Grundstück. Die Besitzerin des Grundstücks hat nun den Baum beschnitten, was Tuemmler als 'egoistische Auslegung des Nachbarschaftsrechts' ansieht. 'Der Baum wuchs hier schon, bevor ein Nachbar sich durch Schattenwurf beeinträchtigt fühlen konnte', so Tuemmler. Nun sei der Baum übel zugerichtet. Er sieht darin einen 'Baumfrevel', zumal sich ein Mitglied des Gartenbauvereins um die Pflege des Baums gekümmert habe.

Kein Verständnis Die Eigentümerin des Grundstücks, die den Baum hat beschneiden lassen, kann die Vorwürfe jedoch nicht nachvollziehen. Da bei einem Sturm ihr Haus durch abbrechende Äste Schaden nehmen könnte, habe sie bei der Gemeinde nachgefragt, ob sie den Baum beschneiden dürfe. Das wurde ihr erlaubt. Die Aufregung über die Aktion ist ihr deshalb befremdlich. Der Baum werde schon wieder austreiben. Und vorher habe sich niemand um den Baum gekümmert, sagt sie. Bürgermeister Landwehr bestätigt, dass die Eigentümerin bei der Gemeinde nachgefragt hat und das es auch keine richtige Pflege des Baumes gab. Natürlich sollte in der Gemeinde nicht willkürlich an Bäumen herum geschnitten werden. Der betreffende Baum sei jetzt zwar kräftig beschnitten worden, aber das sei manchmal notwendig. Landwehr findet, dass es eigentlich nur 'eine Frage des Geschmacks' sei, über den Baum zu streiten.

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