Fischen
Bauanträge: Befreiungen künftig wohl die Ausnahme

Mit einer neuen Ortsgestaltungssatzung will die Gemeinde Fischen ins neue Jahrzehnt gehen. Die alte Vorschrift - zuletzt 1999 für den Zeitraum von zehn Jahren gefasst - erwies sich bei dem ein oder anderen Bauvorhaben als nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die Neuregelung soll künftig eine klare Linie für Entscheidungen über Bauanträge geben. Befreiungen dürften dann eher die Ausnahme sein.

Im vergangenen Jahr hatte die alte Vorschrift noch einmal eine Schonfrist von zwölf Monaten erhalten. Vorbereitet durch eine Klausurtagung des Gemeinderats und ausgearbeitet von Stadtplaner Hubert Sieber stand das Thema nun wieder auf der Tagesordnung. Eines empfahl Sieber dem Gemeinderat nachdrücklich: Ein historisch gewachsener Ort wie Fischen brauche ein Regelwerk mit verschiedenen Zonen. Neben dem allgemeinen Vorschriftenpaket solle der Ort in besonders schützenswerte Bereiche und Gewerbezonen mit lockereren Vorschriften eingeteilt werden.

Dafür hatte Sieber sich an dem Urkataster von 1818 mit vielen orts-prägenden Gebäuden orientiert.

Der Unterschied zwischen der Bauvorschrift im allgemeinen und im besonders schützenswerten Bereich läge vor allem in den Vorgaben für Dachformen, -bebauung und -farben von Häusern und Garagen sowie Sonderregelungen für Widerkehren und Zwerchgiebel. Während bisher noch ungeklärte allgemeine Neuregelungen zu Solaranlagen (keine Aufständerung), zu Außenkaminen (bei Neubauten nicht erlaubt) und der maximalen Breite von Widerkehren (60 Prozent der Gebäudelänge) vom Gemeinderat einstimmig befürwortet wurden, entspann sich über die Einteilung in die drei Zonen eine intensive Diskussion.

Ein Teil des Gemeinderates sähe den schützenswerten Sonderbereich lieber ausgeweitet. Ein Teil hingegen lehnt eine «künstliche Ausdehnung» ab. Auch Stadtplaner Sieber warnte vor einer allzu großzügigen Erweiterung. Im Streitfall müsse der Gemeinderat dann energisch auch unrealistische Vorgaben verteidigen, weil sonst die neue Bauvorschrift durch allerlei Ausnahmen schnell wieder aufgeweicht würde.

Letztlich einigten sich die Räte darauf, das Thema erneut in der nächsten Gemeinderatssitzung zu behandeln. Bis es so weit ist, sollen die Fraktionen auflisten, welche Gebäude ihrer Meinung nach in die Schutzzone gehören oder eventuell auch aus dem Entwurf herausgenommen werden könnten.

Aufsteller, Banner, Fahnen und andere effektheischende Reklame, die den Ort verschandelt, sollen auf Antrag von Gemeinderat Peter Vogt (CSU) ein Extraforum erhalten. Ein Arbeitskreis soll sich demnächst mit einer separaten Gestaltungssatzung für Werbeanlagen befassen.

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