Kaufbeuren / Mindelheim
Banger Blick auf den Bandtrockner

8,5 Millionen Euro hat das Biomasseheizkraftwerk in Mindelheim gekostet, mit dem das Unternehmen Bioenergie Mindelheim Strom produzieren und 15000 Tonnen trockenes Futtergut sowie bis zu 30000 Megawattstunden Fernwärme jährlich bereitstellen wollte. Dieses Ziel hat die Tochtergesellschaft der Futtertrocknung Mindelheim jedoch noch nicht erreicht. Es gibt technische Schwierigkeiten. Die Risiken tragen auch die Anteilseigner und indirekt Beteiligten - unter anderem die Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke (VWEW), deren Gesellschafter die Stadt Kaufbeuren und weitere Kommunen sind. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Probleme gelöst werden», so VWEW-Geschäftsführer Jürgen Siegert. «Darauf müssen sich jetzt alle konzentrieren.»

Bis April soll die Anlage laufen

Hintergrund der Verzögerungen sind in erster Linie Probleme mit einem sogenannten Bandtrockner, der nicht vollständig in Betrieb genommen werden konnte. Auf der Anlage soll die Biomasse getrocknet werden. Nun läuft das ganze Kraftwerk nicht effizient. Die Probleme des Herstellers mit der Anlage beziehen sich nach Angaben des Geschäftsführers der Bioenergie Mindelheim, Elmar Bader, vor allem auf das «inhomogene Produkt Gras». In den vergangenen Wochen, bis zum Wintereinbruch, hätten Techniker bereits intensiv nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

«Wir arbeiten derzeit an einer Vereinbarung, nach der die Anlage bis spätestens April 2010 laufen muss», so Bader. Die Bioenergie Mindelheim berufe sich auch auf die Gewährleistungsfrist. «Grundsätzlich funktioniert das Konzept», so der Geschäftsführer. Das Vorhaben stünde durch die technischen Probleme keinesfalls in Frage. Für dieses «sehr positive Projekt» müssten sich jetzt «alle 100-prozentig einsetzen».

Bringen der Lieferant und die Techniker den Bandtrockner nicht bald zum Laufen, wären neben vielen anderen Kommanditisten auch die VWEW und deren kommunale Gesellschafter Kaufbeuren (60,8 Prozent), Mindelheim (25,3 Prozent), Marktoberdorf (12 Prozent), Apfeltrach (0,8 Prozent) und Biessenhofen (0,5 Prozent) von den möglicherweise folgenden unternehmerischen Problemen betroffen.

Die Stadt Kaufbeuren ist über die VWEW mittelbar (zu 60,8 Prozent) mit einer Einlage von 528000 Euro beteiligt. Wegen ausbleibender Einnahmen entsteht bei dem Mindelheimer Unternehmen eine Finanzierungslücke, deren Größe derzeit noch niemand beziffern kann. «Dieser Sachverhalt kann die Entwicklung der Gesellschaft beeinträchtigen oder sogar, wenn die technischen Probleme dauerhaft nicht gelöst werden können, ihren Bestand gefährden», heißt es in einem Bericht über die Beteiligungen der Stadt Kaufbeuren, der in der jüngsten Verwaltungsausschusssitzung vorgelegt wurde.

Doch auch bei der Stadt zeigt man sich zuversichtlich, dass die Anlage bald rund läuft. «Wir sind alle optimistisch», so Kaufbeurens Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak. Schließlich dürfe neben den finanziellen Problemen auch das öffentliche Interesse nicht vergessen werden: Das Kraftwerk soll zahlreiche Unternehmen, kommunale Gebäude und Privathaushalte mit Energie versorgen. Das finanzielle Engagement bei diesem Vorhaben könne nicht zur Debatte stehen. Knaak: «Es ist absolut richtig, dass die VWEW und deren Gesellschafter in regenerative Energien investieren.»

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019