Ballast von der Seele werfen

Füssen | ha | Ganz spontan hatte sich Angelika Keller zur Teilnahme an einer Fastenwoche im Franziskanerkloster entschlossen. Der Vortrag des Internisten Dr. Wolfgang May über das Thema 'Warum tut Fasten gut?' hatte ihr so gut gefallen. Als sich ihre aus 16 Personen gebildete Gruppe nach Tagen der Abstinenz im Speisesaal der Mönche versammelte, war nicht allein sie guter Dinge. Das von Betreuerin Friederike May nach einer gemeinsamen Wanderung für den Mittagstisch zubereitete Essen mit Pellkartoffeln und Quark zu Mineralwasser und Tee schmeckte allen der gut gelaunten Gruppe.

Die milde Milchdiät

Der einzige Mann, der sich dem Kreis angeschlossen hatte, war beim so genannten Fastenbrechen verhindert. 'Frauen tun eher etwas für ihre Gesundheit als Männer', weiß Dr. Wolfgang May aus Erfahrung. Seit zirka 20 Jahren lädt er zum Fasten nach der Methode des österreichischen Arztes Franz Xaver Mayr ein. 'Seine Methode hat den Vorteil, dass sie flexibel praktiziert werden kann', erklärt Dr. May. Beim 'Teefasten' zum Beispiel müssen die Teilnehmer eine Woche lang mit Kräutertee und Wasser auskommen. 'In unserem Angebot haben wir uns bewusst für die milde Kostform Milchdiät entschieden. Das bedeutet Fasten mit Milchsemmel ohne Zulagen.'

In Arbeitsteilung - Mays Frau leitete unter anderem die Gymnastikübungen - wurden die neun Fastenabende im Kloster angeleitet. Dabei gab es die Möglichkeit, am Stundengebet der Mönche ab 18.10 Uhr teilzunehmen. Die Gewichtsabnahme sei lediglich eine erfreuliche Begleiterscheinung, heißt es in der fröhlichen Runde. 'Ich bin viel Ballast los geworden, auch im übertragenen Sinne', freut sich Cornelia Krehl aus Schwangau. Fasten habe sie bewusster für ihre Ernährungsgewohnheiten gemacht. Weniger hastig essen und den Lebensmittelgenuss künftig in gesündere Bahnen zu lenken, wird auch von anderen Teilnehmerinnen als neues persönliches Ziel erkannt. Für Angelika Keller besteht ihr Erfolgerlebnis hauptsächlich darin, dank der 'netten Gruppe' durchgehalten zu haben. 'Ich konnte während der Zeit sogar berufstätig sein.'

Der Beweis, dass sie Verzicht üben kann, ist Gertrud Fürst aus Pfronten schon früher gelungen. Mit der Frage 'Warum tust Du Dir das eigentlich an?' stand sie hier in schwierigen Stunden nicht allein. 'Unsere Betreuung war gut. Es hat mir außerdem gefallen, in eine Gruppe eingebunden zu sein, in der wir nach den Bewegungs- und Entspannungsprogrammen offene Gespräche geführt haben.'

Dr. Wolfgang May ist Mitglied bei 'Christen im Gesundheitswesen' und im Ärzte-Netzwerk 'Geniall'.

Infos im Internet unter:

www.dr-wolfgang-may.de

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019