Buchloe
Bald wieder eine «stattliche Villa»

Saniert wird derzeit die frühere Bosch-Villa an der Buchloer Bahnhofstraße. Das repräsentative Gebäude wurde vermutlich im Jahr 1897 errichtet. Die eingestanzte Jahreszahl auf der eisernen Wetterfahne des Türmchens auf der Südseite des Hauses erinnert an das Baujahr.

Die Villa erhielt ihren Namen nach den früheren Besitzern, dem Ehepaar Aloisia und Johann Bosch. Die beiden betrieben ab der Jahrhundertwende bis in die späten 1950er Jahre hinein einen Käsehandel. «Die Familie Bosch war noch vor Karwendel in Buchloe», berichtet der Buchloer Heimatforscher Udo Matyssek.

Noch heute sind im Keller des Hauses Abdrücke von Regalen zu erkennen. Dort wurde früher der Käse gelagert. Ein kurzer Stollen verband das Wohnhaus und ein dahinter liegendes Betriebsgebäude.

Die Stadt habe sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts - bedingt durch den Bau des Bahnhofs im Jahr 1847 - vom damaligen Zentrum rund um das Rathaus immer weiter gen Bahnhof entwickelt, weiß Matyssek. So entstanden entlang der Bahnhofstraße mehrere neue Gebäude, wie auch die Bosch-Villa. Sie diente vor allem als Wohnhaus, während im rückwärtigen Grundstück ein Betriebsgebäude für den Käsehandel errichtet wurde.

1959 übernahm die Strumpffabrik Belinda dieses Betriebsgebäude. Belinda produzierte bis April 1976 in Buchloe, berichtet Karl Schiller vom Bauamt.

Anschließend sei das Betriebsgebäude abgerissen worden. Vier Jahre danach eröffnete der Discounter «Mügra» der Bernhard Müller Firmengruppe (1980) in einem neu errichteten Gebäude seine Filiale; seit 1992 bis heute betreibt die Familie Feneberg dort ihren Lebensmittelmarkt.

Bis zu ihrem Tod lebte Aloisia Bosch in der Villa an der Bahnhofstraße. Mittlerweile wurde das Gebäude verkauft. Der neue Besitzer, Kurt Schromm aus Bad Wörishofen lässt die Villa sanieren und will sie in Zukunft gewerblich nutzen.

«Büroräume oder Praxen kann ich mir dort gut vorstellen», sagt er - und hofft, dass es ihm zusammen mit seinem Architekten gelingt, das Haus in einen «möglichst originalen Zustand zu versetzen», damit es bald wieder einer «stattlichen Villa» gleich sieht.

Ab Mitte des nächsten Jahres sollen die Räume dann voraussichtlich bezugsfertig sein.

Mit Haussanierungen an der Bahnhofstraße hat Schromm, der in Buchloe aufgewachsen ist, im Übrigen bereits Erfahrungen gesammelt: Er ließ vor Kurzem auch das ehemalige Schweyer-Haus in ein Geschäftshaus umbauen.

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