Bald Guthaben auf dem Öko-Konto

Jengen | maf | Was bei den Jengener Gemeindefinanzen noch länger nicht der Fall sein wird, will die Kommune zumindest beim ökologischen Ausgleich von Baugebieten bald verwirklichen: Ein Guthaben. Durch die Renaturierung zweier Flächen an der Kiesgrube zwischen Weinhausen und Beckstetten schafft sich die Gemeinde ein Ausgleichs-Polster für laufende und zukünftige Bauleitplanungen.

Die Waaler Landschaftsarchitektin Katrin Mohrenweis erläuterte den Jengener Räten die gesetzlichen Vorschriften. Spätestens seit 2001 schreibt auch das Bayerische Baugesetz vor, das die Ausweisung von Bauland und andere Eingriffe in die Natur durch die ökologische Aufwertung anderer Flächen ausgeglichen werden müssen. Diverse Übergangsregelungen hätten die meisten Kommunen bisher vor dieser Verpflichtung bewahrt. 'Aber jetzt kommen Sie nicht mehr drumrum', so Mohrenweis: Die beiden jüngst ausgewiesenen Baugebiete am Jengener Bürgermeister-Lederle-Weg und an der Weinhausener Bürgermeister-Bach-Straße müssten ökologisch kompensiert werden. In welchem Umfang und Verhältnis zur überplanten Fläche dies geschehen muss, regelt ein relativ komplizierter Leitfaden des Innenministeriums, der die ökologische Wertigkeit der überbauten Areale ebenso berücksichtigt wie die Intensität der Bebauung. Für die beiden Jengener Baugebiete wurde so ein Ausgleichsbedarf von gut 2700 Quadratmetern ermittelt.

Mohrenweis und Bürgermeister Franz Hauck schlugen - in Absprache mit der Fachbehörde im Landratsamt - den Räten nun vor, zwei Flächen nördlich und südlich der ehemaligen Kiesgrube an der Bahnunterführung der Straße zwischen Weinhausen und Beckstetten als Ausgleichsflächen auszuweisen und zu gestalten (siehe Info-Kasten). Die Kiesgrube selbst gelte bereits als Biotop und könne deshalb kaum noch ökologisch aufgewertet werden, die Randflächen aber sehr wohl. Damit würde die Gemeinde insgesamt knapp 6000 Quadratmeter renaturierte Fläche schaffen und hätte ein Guthaben von über 3000 Quadratmetern für weitere Bauvorhaben auf dem Öko-Konto. Die Flächen befinden sich bereits im Besitz der Gemeinde, die Kosten für die Renaturierung und Pflege der Ausgleichsflächen können auf den Preis für die Baugrundstücke umgelegt werden. Zweiter Bürgermeister Hermann Mayr appellierte, bei der Planung der Aufwertungsmaßnahmen darauf zu achten, dass die benachbarten landwirtschaftlichen Flächen - beispielsweise durch verpflichtende Abstände bei Düngung oder Pflanzenschutz - nicht beeinträchtigt werden. Dies könne am besten durch die Ausweisung eines Feldweges am Nordrand der Ausgleichsflächen geschehen. Laut Hauck sind Änderungen bei der Gestaltung durchaus noch möglich.

Zunächst einmal stimmte der Gemeinderat einstimmig dafür, ein Öko-Konto anzulegen, die Ausgleichsflächen entsprechend auszuweisen und zu gestalten sowie die Planungsarbeiten an Mohrenweis zu vergeben.

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