Bald ein in Inder im Gemeinderat?

Von Peter Szarafinski | Rieden Mittelfristig werden das Allgäu und das Außerfern nicht umhin kommen, sich gezielt und systematisch um den Zuzug hochqualifizierter Ausländer zu bemühen, sagte Günter Salchner. Der Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern forderte: 'Wir müssen attraktiv werden für Zuwanderung.' Er war in Rieden Hauptredner bei einer Wahlkampfveranstaltung der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU), die als Ostallgäuer Landrätin kandidiert.

Das Allgäu und das Außerfern wiesen viele Parallelen auf, sagte Salchner: geringe Arbeitslosenquote und damit Mangel an qualifiziertem Personal bei gleichzeitig großer Bedeutung von Industrie und Tourismus. Die Frage sei nicht, ob der Personalmangel durch Ausländer beseitigt werden soll, sondern wie dies im Detail gestaltet werde, so Salchner gegenüber unserer Zeitung. Dieses Thema sei vielen Menschen noch nicht so bewusst, aber die Trends seien eindeutig.

Spitzenkräfte müssten aber nicht nur angelockt, sondern eingebunden werden - Stichwort Integration. Salchner plädierte für einen Mentalitätswechsel bei Allgäuern wie Außerfernern, denen man manchmal eine gewissen Verschlossenheit gegenüber Fremden nachsagt. Warum sollte nicht ein Inder, der bei den Planseewerken beschäftigt ist, im Gemeinderat von Reutte sitzen? Als Vorbild könne die katholische Kirche dienen, die ihren Priestermangel in Mitteleuropa durch ausländische Seelsorger ausgleicht.

Gemeinsame Arbeitgeberregion

Salchner schwebt - ähnlich der grenzüberschreitenden Tourismusregion - eine gemeinsame Arbeitgeberregion vor, die bei ausländischen Fachleuten für die Gegend wirbt und vor Ort das Umfeld schafft, in dem sich die Migranten wohl fühlen. Bei seinem Vortrag streifte Salchner das Thema Migration in nur wenigen Sätzen. Er betonte die traditionelle Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Tiroler Außerfern und bayerischem Allgäu, wünschte sich eine Kooperation der Krankenhäuser und lobte die gemeinsame Vermarktung als Region im Tourismus.

Angelika Schorer lobte in ihrer Rede ein wenig ihre Errungenschaften etwa beim Hochwasserschutz und stellte ihre Pläne als Landrätin vor: schnelles Internet für alle, die Bahnlinie nach Füssen baulich auf Vordermann bringen, die Bereitschaft von Senioren, sich ehrenamtlich zu engagieren, zu sammeln und zu lenken sowie das Standortmarketing forcieren. Kritik am Amtsinhaber Johann Fleschhut (Freie Wähler) kam eher leise daher. Er wurde nicht einmal namentlich erwähnt.

Bescheidene Kulisse

Es war aber auch Wahlkampf vor bescheidener Kulisse. Nur einigen Nachzüglern war es zu verdanken, dass das Publikum am Ende zahlreicher war als die Musikkapelle Rieden auf der Bühne. Unter den Besuchern waren viele CSU-Mitglieder und über ein Dutzend Kreistagskandidaten der Partei, so dass große Überzeugungsarbeit wohl nicht notwendig war. Schorer äußerte sich zwar enttäuscht über die schwache Resonanz, fand sie aber nicht dramatisch: Die Grünen hätten selbst bei ihrer Nominierungsversammlung nicht so viele Besucher gehabt.

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