Bahnhofumbau kommt in Fahrt

Kempten (pa). - 'Spätestens Anfang 2002' hatte es zunächst geheißen. Als Anfang 2003 immer noch nichts geschehen war, schimpfte der Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller über den 'Verschiebebahnhof'. Und meinte damit die ständigen Verzögerungen beim geplanten Umbau des Kemptener Hauptbahnhofs. Nun aber, versichert Bahn-Sprecherin Daniela Bals, soll es bald so weit sein: 'Die Umgestaltung des Empfangsgebäudes soll dieses Jahr beginnen.' Details über die geplanten Änderungen und die Kosten lässt sich Bals allerdings nicht entlocken. Nur noch so viel: Bei den Vorbereitungen befinde man sich 'im Endspurt', letzte Abstimmungen seien noch nötig. Das Projekt der Öffentlichkeit vorstellen wolle die Bahn AG aber erst, 'wenn alles eingetütelt ist.' Zu den Vorbereitungen gehört auch, dass die Bahn das 'Einvernehmen' der Stadt zu ihren Änderungsplänen einholt. Das wird am nächsten Dienstag Thema im Bauausschuss sein. 'Denen pressiert's jetzt offenbar,' hat der stellvertretende Baureferent Peter Riegg aus Gesprächen mit den Planern den Eindruck gewonnen. Und dass sie einen Baubeginn etwa im Juli sowie eine Umbauzeit von rund sieben Monaten anpeilen.

Nicht mehr hinter Glas Vorgesehen ist bei dem Umbau, wie berichtet, insbesondere die Modernisierung des Reisezentrums. Dabei sollen die verglasten Schalter verschwinden. Der Ersatz sollen aber nicht etwa Automaten sein, sondern offene Servicestellen, so ungefähr wie in einem Reisebüro. Außerdem soll die Buchhandlung vergrößert, die Toiletten, die sich jetzt in einer dunklen Ecke befinden, sollen verlegt werden. Vorgesehen ist ferner eine Umgestaltung der Gaststätte in Richtung Bistro, Backshop und Reiseproviant. Zu diesen bereits bekannten Plänen, so Riegg, ist inzwischen auch die neue Überlegung hinzu gekommen, im Hauptbahnhof eventuell eine Apotheke einzurichten. Und 'einiges Kopfzerbrechen', so Riegg, bereite der Stadt noch die Absicht der Bahn, auch ein 'Freizeit- und Eventcenter' einzurichten. Gemeint ist damit nämlich eine Spielhalle. Damit muss sich, weil es eine Nutzungsänderung wäre, der Bauausschuss befassen. Ein Argument der Bahn für diese Art der Nutzung ist, dass sich ein derartiger Umbau mit erheblichem Aufwand auch wirtschaftlich rechnen müsse. Normale Läden, wie es sie in Bahnhöfen anderer Städte gibt, machen in Kempten aber wenig Sinn. Weil der Kemptener Hauptbahnhof nämlich am Rande liegt und es hier keine Laufkundschaft gibt.

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