Boos / Winterrieden
B 300: Ausbau macht Fortschritte

Die Straße wird breiter, die Kurven werden entschärft und auf der Ostseite entsteht ein Geh- und Radweg. Der Ausbau der B 300 zwischen Boos und Winterrieden geht voran. Bis Mai 2010 sollen die Bauarbeiten beendet sein. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet die Baufirma zum Teil auch nachts.

«Die Erneuerung dieses Straßenabschnitts war dringend notwendig. Der Oberbau war in einem saumäßigen Zustand und die Unfallgefahr sehr hoch», betonte Bruno Fischle. Der Leiter des Staatlichen Bauamtes Kempten informierte bei einem Ortstermin über die bisherigen Abschnitte und den derzeitigen Stand der Bauarbeiten. «Wenn in rund vier Wochen der Bitumen-Kies auf der Fahrbahn aufgebracht ist, kann die Straße für den Verkehr freigegeben werden», erklärte Fischle. Zumindest während der Frostperiode. Im Frühjahr stehen der Feinteerbelag und Arbeiten am Straßenrand sowie die Fertigstellung des östlich entlang der Fahrbahn verlaufenden Radweges an.

Nach Angaben von Landrat Hans-Joachim Weirather ergänzt die neue Straße das bestehende Radwegenetz des Landkreises. «Nächstes Jahr wollen wir dann die Strecke bis Kellmünz weiterführen», kündigte er an.

Landtagsabgeordneter Josef Miller dankte der Straßenbaubehörde für die schnelle Umsetzung von Planung und Durchführung der Baumaßnahmen. Der Bundestagsabgeordnete des Neu-Ulmer Wahlkreises Dr. Georg Nüßlein (CSU) betonte, es sei sehr wichtig gewesen, «dass die Mittel aus dem Konjunkturprogramm jetzt, wenn man sie braucht, investiert werden und nicht erst Jahre später».

Die Ergebnisse der historischen Ausgrabungen nördlich von Boos werden derzeit noch ausgewertet. Wie berichtet, waren Mitarbeiter einer Grabungsfirma im Oktober auf archäologisch bedeutsame Gegenstände gestoßen, darunter Reste eines Töpferofens, Keramikscherben und eine Grabstelle, in der sich noch menschliche Zähne befanden.

Dr. Stefanie Berg-Hobohm vom Landesamt für Denkmalpflege berichtete, dass die Funde aus einer Siedlung, die um das 14. Jahrhundert neben dem damals bereits bestehenden Ort Boos existierte, derzeit von der Grabungsfirma gereinigt und dann katalogisiert werden.

Eigentum des Bundes

Die Gegenstände seien Eigentum des Bundes, aber es bestehe die Hoffnung, dass sie in den Besitz des bayerischen Staates übergehen. «Wo sie dann endgültig landen werden, wissen wir aber noch nicht», so Berg-Hobohm. Sie vermutet, dass die Siedlung mindestens über sechs Generationen bestand hatte. Das Ende des Dorfes könnte mit dem Jahrhunderthochwasser im Jahre 1342 zusammenhängen, so die Expertin.

Der Booser Bürgermeister Hans-Jürgen Neumann folgerte daraus, dass die Chronik seiner Gemeinde wohl aktualisiert werden muss.

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