Kaufbeuren
Ausnahmezustand vor Weihnachten

Je näher das Fest der Liebe rückt, desto länger werden die Schlangen an den Kassen. Die Reihenfolge steht seit Jahrzehnten fest: Viele Geschenke sind längst gekauft, dann wird der Christbaum ausgesucht, doch Lebensmittel lassen sich nicht zeitlos daheim lagern und kommen ganz zum Schluss. Heuer gelten allerdings erschwerte Bedingungen. Während die Menschen ihre Speisekammer üblicherweise für zwei Feiertage füllen, stehen nun wieder einmal nach langer Zeit drei einkaufsfreie Tage im Kalender. Für Handel und Kunden der Ausnahmezustand.

Immer eine Herausforderung

«Weihnachten ist logistisch immer eine Herausforderung», sagt Sylvester Greiter, Sprecher der Firma Kaes (V-Märkte). Das Fuhrparkpersonal, das die Verbrauchermärkte in der Region vom Zentrallager in Mauerstetten aus beliefert, muss Zusatztouren stemmen. Alles, was lange halt- und gut lagerbar ist, wurde vorgezogen und bereits vergangene Woche ausgeliefert, zum Beispiel Toilettenpapier und Briketts. Je näher die letzten Einkaufstage vor dem Fest rücken, desto mehr Platz brauchen die frischen Lebensmittel in den Sattelschleppern, so Greiter. Traditionell sei der 23. Dezember der stärkste Einkaufstag. Vorstellbar sei, dass sich der Ansturm wegen der drei Feiertage heuer aber noch deutlich wahrnehmbar auf den Vormittag des 24. ausdehnt. «Wenn der Kunde einen Salat für die Feiertage braucht, kann er ihn eben nicht schon zu früh kaufen», sagt Greiter.

Die meisten Kunden der Landmetzgerei Hierhammer wissen, wie sie den Festtagsbraten ganz sicher auf den Tisch bekommen: Sie bestellen vor. Das hat gute Tradition, und daran habe sich in den Jahren auch nicht viel geändert, so Inhaber Siegfried Hauser. «Wir sind also vorbereitet.» Niemand soll in den Geschäften des Aufkircher Unternehmens in die Röhre, sprich ins leere Ofenrohr schauen müssen. Dass die Kunden angesichts der allgemeinen Krisenstimmung ihr Konsumverhalten geändert hätten, könne er in seinen Filialen nicht feststellen, so Hauser: «Zum Fest gönnen sich die Menschen etwas Gutes.»

Zufrieden zeigt sich auch Guido Zeller von der Parfümerie Sutor in Kaufbeuren mit dem Vorweihnachtsgeschäft. Das Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren erkennt aber auch, dass sich die «heiße Phase» zeitlich nach hinten verschiebt.

«Früher waren der erste und zweite Adventssamstag stärker», so Zeller. «Heute ist es die Zeit direkt vor Weihnachten.» Für einige Branchen sei diese Phase wegen der drei Feiertage heuer sicher noch hektischer.

Letzte Rettung: Tankstelle

Wer unübersichtliche Einkaufszettel hasst, weder über eine ausgeklügelte Heimlogistik verfügt noch für drei Festtagsmenüs Lebensmittel horten will oder muss, steuert über das extrem lange kommende Wochenende vermutlich irgendwann eine Tankstelle an.

Die Erfahrung von Christian Bauer zeigt, dass spätestens am zweiten Feiertag die Nachfrage nach den wichtigsten Lebensmitteln, Backwaren, Süßigkeiten und Getränken steigt. Deshalb hat der Inhaber der Jet-Tankstelle in der Füssener Straße in Kaufbeuren besonders vorgesorgt. «Mein Tiefkühlhaus ist bis oben voll», sagt Bauer. «Am Sonntag wird wohl einiges los sein.»

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