Buchloe
Aus Verunsicherung wird Gewalt

Im Buchloer Jugendzentrum lud das Elternforum des Deutschen Kinderschutzbundes einen Sachverständigen zum Thema «Vandalismus als Jugendphänomen» ein. Diplom-Sozialpädagoge Frank Schallenberg aus Köln hat langjährige Erfahrung in der Kinder-/Jugendberatung und sprach speziell über Mobbing, Gewalt und Konflikte.

Er stellte zunächst klar, dass das Thema «nicht wirklich neu» sei, nur die Wahrnehmung habe sich verändert: «Wenn zehn Jugendliche zusammenstehen, wird Angst ausgelöst. Stehen genauso viele Erwachsene beisammen, passiert das nicht.» Dabei habe die letzte Shell-Studie, eine Befragung junger Leute zwischen 12 und 25 Jahren, gezeigt, dass Werte für den einzelnen Heranwachsenden durchaus wichtig sind, in der Gruppe aber nicht aktiv verteidigt werden. Die Jugendlichen von heute haben «keine Erfahrung mehr damit, sich zu streiten und Kompromisse zu finden». Die Folge: Sie sind verunsichert. Die Umsetzung in Aggression und Gewalt finde zu 95 Prozent bei Jungen statt, berichtete Schallenberg.

Der Referent betonte, dass die Jugendlichen, die nicht mit Gewalttätern gleichzusetzen sind, oft aus Langeweile oder Frust Sachen demolieren, dabei meistens den öffentlichen Raum für ihre Zerstörungen nutzen und eigentlich nur in Verbindung treten, also Kommunikation bezwecken wollen. Hinzu komme, dass solche Jugendlichen zunehmend Erwachsenengewalt ausgesetzt sind.

In diesem Zusammenhang müssten sich, so Schallenberg, auch die Erwachsenen nach ihrer Vorbildfunktion fragen. Zeugen eines gewalttätigen Übergriffs riet der Referent, das «Überraschungsmoment» zu nutzen, weil die «kriminelle Energie meistens schwach» sei. Zum Thema «Kindermobbing» betonte Schallenberg die Wichtigkeit der Autorität der Erwachsenen oder eines Lehrers. Dabei seien nicht Strenge oder kumpelhaftes Verhalten angebracht, sondern Konsequenzen und ein Halt gebender Alltagsrahmen.

Klar sei, dass Gleichaltrige für Jugendliche immer wichtiger seien als die Eltern.

Mobbing-Beratung für Kinder und Jugendliche gibt es im Jugend-Informationszentrum München, Herzogspitalstraße 24, 80331 München, Telefon (089) 550521 50.

www.mobbing.jiz.de und www.frank-schallenberg.de

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