Aus dem Amtsgericht

In Frauenprügelei eingemischt 36-Jähriger muss wegen Nötigung 700 Euro Geldbuße zahlen Lindau/Westallgäu (enz.). Weil er sich bei einer Prügelei zwischen vier jungen Frauen zugunsten seiner beiden Begleiterinnen tatkräftig eingemischt haben sollte, musste sich ein 36-jähriger Lindauer wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung verantworten. Bei der Beweisaufnahme stellte sich bald heraus, dass die dem Angeklagten zum Teil angelasteten Misshandlungen nicht von ihm stammten, sondern von seinen beiden rauflustigen Begleiterinnen. Eine der beiden war bereits im November vor dem Lindauer Jugendgericht zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit plus Zahlung eines Schmerzensgeldes von 200 Euro verurteilt worden. Der Schuldanteil des 36-Jährigen stellte sich vergleichsweise harmlos dar, so dass das Verfahren gegen Auflage einer Geldbuße von 700 Euro eingestellt wurde. Tatort war die Zwanziger Straße in Lindau, wo es im Juni vorigen Jahres morgens um 3 Uhr zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen vier jungen Frauen kam. Angezettelt hatten den Streit die beiden Bekannten des jetzt Angeklagten.

Diese gingen so rabiat vor, dass eine 18-jährige Lindauerin neben dem Verlust mehrerer Haarbüschel eine Prellung am Unterkiefer, Abschürfungen am Gesäß und einen Bluterguss erlitt. Ihre 19-jährige Freundin kam nur unwesentlich glimpflicher davon. Deren Versuch, mit dem Fahrrad zu flüchten, unterband der Lindauer, indem er laut Anklage mit der einen Hand den Fahrradsattel und mit der anderen Hand den Arm der 19-Jährigen festhielt. Danach habe er seine prügelnden Begleiterinnen durch anfeuernde Zurufe zu weiteren Attacken ermuntert. Der 36-Jährige gab zu, den Arm der Radlerin gepackt zu haben, als diese über ihr Handy die Polizei anrufen wollte. Ansonsten habe er nichts gemacht, auch niemanden angefeuert. Nach Vernehmung der seinerzeit verletzten Lindauerinnen ('Der Mann hat uns nicht geschlagen') war für ihn der Vorwurf der gemeinsamen gefährlichen Körperverletzung vom Tisch. Richter Thomas Walther sah jedoch den Tatbestand der Nötigung als gegeben an, weil der Angeklagte die Flucht mit dem Fahrrad und die Benachrichtigung der Polizei verhindert hatte. Angesichts der Gesamtumstände erachtete das Gericht eine Geldbuße zugunsten des Lindauer Kinderfestes für ausreichend.

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