Aus dem Amtsgericht

Rentner offenbart 'Waffenlager' im Keller Haft auf Bewährung - Waffen bei Durchsuchung nicht gefunden Lindau/Westallgäu (enz.) 'Sie hatten ein regelrechtes Waffenlager im Keller.' So rügte der Staatsanwalt einen Rentner, der wegen unerlaubten Besitzes von Gewehren, Pistolen und Munition zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde. Überdies muss er eine Geldbuße von 300 Euro an ein Altenheim zahlen. Dass der 70-Jährige mit der gesetzlichen Mindeststrafe davonkam, hat er seiner Einsicht und Ehrlichkeit zu verdanken. Nachdem die Polizei bei einer Hausdurchsuchung lediglich eine Schreckschusspistole, eine Signalpistole und eine historische Waffe sichergestellt hatte, packte den Rentner das schlechte Gewissen. Am nächsten Morgen überraschte er die Ordnungshüter mit der telefonischen Mitteilung, sie hätten bei der Hausdurchsuchung einen abgeschlossenen Stahlschrank im Keller übersehen. Darin befanden sich eine russische Schrotflinte, zwei Kleinkalibergewehre, drei scharfe Pistolen und 1385 Patronen.'Warum haben Sie das den Beamten nicht gleich gesagt?', wollte Richter Thomas Walther wissen.

Antwort: 'Als die Polizei klingelte, lag ich krank im Bett und war hernach so erschrocken, dass ich nicht vernünftig reagieren konnte.' Am nächsten Morgen habe er zu seiner Frau gesagt, 'damit können wir ohnehin nichts anfangen, jetzt geben wir alles her.' Die Waffen, die zum Erbgut seines Großvaters gehörten, besitze er schon über 40 Jahre. Der Verteidiger setzte sich vehement für seinen Mandanten ein. Nur dessen Ehrlichkeit sei es zu danken, dass die wirklich scharfen Waffen hätten sichergestellt werden können. Im Übrigen falle das Geständnis in den Zeitrahmen der vom Gesetzgeber im Vorjahr gewährten Amnestie. Widerspruch des Staatsanwalts: 'Der jetzt Angeklagte sei mit der Wahrheit erst rausgerückt, nachdem er wusste, dass gegen ihn ermittelt wird. Insofern entfalle die Amnestie. Staatsanwalt und Richter würdigten jedoch übereinstimmend den ansonsten ordentlichen Lebenswandel des Angeklagten und dessen freiwillige Offenbarung gegenüber der Polizei. Insofern sei eine zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzte Mindeststrafe von sechs Monaten Haft vertretbar.

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