Boos / Unterallgäu
«Aufwand und Kosten viel zu hoch»

Veranstalter Florian Nägele ärgert sich über die Sperrstunde für Festzelte im Unterallgäu, die seit diesem Jahr landkreisweit auf 2 Uhr gelegt wurde (siehe Infokasten). «Es rentiert sich nicht mehr, Feste zu organisieren, weil der Aufwand und die Kosten viel zu hoch sind», schimpft Nägele. Völlig anders sehen das Polizei und Landratsamt. Demnach hätten die meisten Veranstalter Verständnis für die gesonderte Regelung im Unterallgäu. Seitdem habe es keine nennenswerten Zwischenfälle mehr gegeben.

Diese Sonderregelung empfindet Nägele als «Wettbewerbsnachteil gegenüber Veranstaltern aus anderen Landkreisen». Hintergrund: Dort regelt jede Gemeinde selbst ihre Sperrstunde für so genannte vorübergehende Gaststättenbetriebe.

Seitdem Nägele das Maisfest in Boos mit veranstaltet, «hatten wir noch nie Probleme mit der Polizei». Weil heuer das Fest aber bereits um 2 Uhr, statt wie bisher um 5 Uhr beendet werden musste, hätten sogar mehrere Gäste die Veranstalter beschimpft. Zudem sei es bei der Veranstaltung «zu gewissen Differenzen zwischen Sicherheitspersonal und Besuchern gekommen, die das Fest nicht verlassen wollten». Darum fordert Nägele, die Sperrzeit auf mindestens 3 Uhr zu verlängern.

«Je länger aber ein Fest dauert, desto mehr Probleme tauchen auf - vor allem, wenn zu viel Alkohol im Spiel ist», hält Dienststellenleiter Karl Höss von der Polizeiinspektion Mindelheim dagegen. Seine Empfehlung: Kein Fest im Unterallgäu soll länger als bis 2 Uhr dauern. Seit nämlich die Bürgermeister «dankenswerterweise unsere Anregung aufgenommen hatten, haben wir keine Störungen mehr gehabt». Seit Inkrafttreten der neuen Regelung hätten Vereine und Organisatoren sogar mehr Feste veranstaltet. Zudem würden besonders Jugendliche wieder viel früher weggehen, hat Höss beobachtet.

Ins selbe Horn stößt Ulrike Klotz: «Veranstalter können ihre Feste doch früher beginnen», findet die Abteilungsleiterin für öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Unterallgäu. Freilich könne sie nicht für alle Gemeinden im Freistaat sprechen. Das Landratsamt wolle aber zumindest für das Unterallgäu eine einheitliche Regelung im Einvernehmen mit den Gemeinden.

Wie aber hält es etwa die Stadt Memmingen mit der Sperrfrist? «In unserem Zuständigkeitsbereich wird nur für besondere Vereins-Veranstaltungen in Festzelten eine Sperrzeit von 2 Uhr genehmigt, zum Beispiel bei einem 150-jährigen Vereinsjubiläum», erläutert Michael Foit, Leiter des Memminger Ordnungsamts. Bei normalen Veranstaltungen im Freien und in Festzelten liege die Sperrzeit je nach Ort der Veranstaltung in der Regel zwischen 23 und 24 Uhr.

Bundesweit einheitliche Regelung gefordert

«Wenn Sperrfristen bundesweit einheitlich geregelt werden würden, hätte ich damit kein Problem», sagt Florian Nägele. Die Argumente der Polizei findet der Booser «im Grunde ja vernünftig», aber aus Veranstaltersicht ungerecht.

Falls die Sperrzeit im Unterallgäu nicht geändert wird, werde er jedenfalls «keine große Veranstaltung mehr auf die Beine stellen».

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