Auf Waldlichtung sollen keine Ballons aufsteigen

Kempten (pa). - Während derzeit die Schwaben heftig über den Standort für einen Flughafen debattieren, tritt jetzt in Kempten der Streit um einen Heißluftballon-Startplatz in seine heiße Phase. Der liegt nämlich in einem sensiblen Bereich, und wenn es nach der Stadt geht, soll die Firma 'Sunshine-Ballooning' dort gar nicht erst abheben. Im Wege steht den Ballonplänen aber nicht das Ruhebedürfnis von Menschen, sondern das von Wildtieren. Hochgekocht war das Thema, wie berichtet, erstmals im vergangenen Herbst. Damals hatte sich ein Ehepaar über den häufigen Start von Heißluftballons von einem waldumsäumten Areal nahe den Vorarlberger Gräbern im Süden der Stadt beschwert. Die Anlieger des Steinbergwegs beim Weiler Kaurus fühlten sich durch den Lärm beim Befüllen der Ballons und der Brenner zum Erwärmen der Luft gestört. Allein im August, hauptsächlich am frühen Morgen, seien dort über 20 Ballons in die Luft gegangen. Als die Stadt der Beschwerde nachging, stellte sich heraus, dass ein gewerbliches Ballonunternehmen, die Firma 'Sunshine-Ballooning', den idyllischen Ort dauerhaft als Startplatz nutzen wollte. Ohne entsprechende Genehmigung allerdings.

Spezielle Genehmigung ist nötig Die aber wäre, wie Umweltsamtsleiter Ernst Reimann jetzt im zuständigen Ausschuss erläuterte, erforderlich gewesen. Denn zwar können erfahrene Piloten eine 'allgemeine Außenstarterlaubnis' erhalten, die ihnen (mit Einverständis des jeweiligen Eigentümers) die Wahl geeigneter Startplätze überlässt. Für eine 'fortgesetzte Nutzung' - mehr als vier Starts pro Monat - gilt das allerdings nicht. Dafür muss eine spezielle Genehmigung her. Die ist inzwischen auch beim Luftamt Südbayern beantragt worden, und die zuständigen Stellen der Stadt sowie das Forstamt haben bereits ihre Stellungnahmen dazu abgegeben. Und diese, so Reimann, sind negativ ausgefallen. Allerdings nicht wegen der Lärmauswirkungen, die für die nächsten Anlieger in 400 beziehungsweise 600 Metern Entfernung vom Startplatz 'unbedenklich' seien.

Lebensraum für Tiere gefährdet Vielmehr fürchten die Fachleute, neben einer Störung des dortigen Naherholungsgebiets, eine 'nachhaltige Beeinträchtigung' für die Tierwelt. Zumal die Ballonstarts vorzugsweise in den frühen Morgenstunden stattfinden, wenn auch die Tiere aktiv sind. Deshalb, so das Fazit, würde eine Dauerstartgenehmigung 'einen derzeit intakten Lebensraum deutlich abwerten'. Die Entscheidung, wie gesagt, liegt jetzt beim Luftamt. Keine Chance hat der Interessent bezüglich eines nahegelegenen Ausweichstartplatzes, den er auch anvisiert hat. Denn die einzige Zufahrt zu der Waldlichtung gehört einer städtischen Stiftung, und da legt sich die Stadt von vornherein quer.

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