Auf Rekordjagd auf argentinischen Wellen

Füssen (sza). - 'Gut und stressig' war die vierwöchige Segelflug-Expedition, die Willi Guggemos und Fritz Teichmann nach Argentinien unternommen haben. Die beiden Füssener Flieger segelten in einer Gegend, die unter Piloten als die Rekordregion schlechthin gilt. Der Deutsche Klaus Ohlmann leistete Pionierarbeit in dem Land, das bis vor einigen Jahren segelfliegerisch kein Thema war. Er hatte erkannt, das die Anden bei den häufigen Westwinden Föhn produzieren. Dadurch gerät die gesamte Atmosphäre ins Schwingen und bildet lang gezogene Aufwindreihen, so genannte Wellen, die bis an den Rand der Stratosphäre hinauf reichen können. Ohlmann erkundete jahrelang das Gebiet mit dem Segelflugzeug und erntet inzwischen in schöner Regelmäßigkeit die Früchte dieser Arbeit. Den Weltrekord für den weitesten Flug schob er über die 3000-Kilometer-Marke und stellte noch eine ganze Reihe weiterer Bestmarken auf. Solche Erfolge war den beiden Füssener Fliegern nicht vergönnt.

Guggemos, der dort vor zwei Jahren schon die 1000-Kilometer-Grenze überschritten hatte, schob das aufs Wetter. Das sei diesmal 'nicht so gut' gewesen wie in den vergangenen Jahren und die Struktur der Wellen nicht so leicht erkennbar. Ihr weitester Flug reichte über 900 Kilometer weit, deutlich unter der Zielmarke von 1500, die die beiden ins Auge gefasst haben. Dafür ging es weit nach oben: In 8000 Meter Höhe ist über den Köpfen der Piloten nicht mehr viel Atmosphäre, so dass der Himmel eher schwarz als blau wirkt. Die Luft zum Atmen kommt in diesen extremen Höhen längst aus Sauerstoffflaschen. Der Aufwand für eine solche Expedition ist enorm. Weil es in Argentinien selbst praktisch keine geeigneten Segelflugzeuge für Rekordjagden gibt, müssen sie samt Ersatzteilen in Containern dorthin verschifft und danach per Lkw Hunderte von Kilometern zum Flugplatz gebracht werden. Trotzdem lohne sich die Arbeit, so Guggemos. Der Pilot, der auch schon in Polen, Skandinavien und Namibia geflogen ist, schwärmt von der abwechslungsreichen Landschaft. Bei günstiger Witterung könne man von subpolaren Klimaregionen bis in subtropische gleiten, angetrieben alleine von der Kraft des Wetters.

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