Auf der Suche nach spannenden Geschichten

Lindenberger Filmemacher Christian Stiefenhofer erzählt über seine Arbeit Lindenberg (dj). Vor einigen Wochen kam Christian Stiefenhofer aus dem Westen Kanadas zurück. Zwei Wochen lang hat er dort mit Kameramann und Assistent nach Geschichten gesucht - und auch gefunden. Geschichten für das Fernsehen. Denn der gebürtige Lindenberger ist selbstständiger Autor und Produzent. Unter dem Titel 'Abenteuer Ferne' (Sonntag, 4. April, um 18.20 Uhr auf Kabel1) läuft seine neueste Dokumentation.

Es ist ein Glücksfall, dass man Christian Stiefenhofer in seiner Heimatstadt Lindenberg antrifft. Seinen Wohnsitz hat er nämlich seit seinem Germanistikstudium 1990 in München, nach eigenen Angaben ist er aber 'mehr als die Hälfte des Jahres unterwegs'. Amerika, Kanada, Europa. Dann aber auch wieder für einen Tag in Lindenberg. Der 33-jährige Autor und Filmproduzent plant eine Fernseh-Dokumentation über die Hutindustrie. Im alten Reich-Gebäude sei er auf alte Nähmaschinen gestoßen, berichtet Stiefenhofer. Doch diese Sache sei noch in Planung, etwas Konkretes habe er noch nicht im Kopf. Wie schafft man den Sprung vom Studenten zum selbstständigen Filmemacher? 'Mit Glück, viel Engagement und vor allem Beziehungen', sagt Stiefenhofer lächelnd. Mit einem Kameramann habe er in einer Wohngemeinschaft gelebt. Wenn Not am Mann war, habe er den Freund als 'Kamera-Assistent' begleitet. Das Rüstzeug dazu wurde ihm an einem Abend beigebracht, erinnert er sich vage. Später hat der Westallgäuer auch eigene Kurzfilme gedreht. An eine Szene kann er sich noch gut erinnern: Er wollte eine Dokumentation über den roten Planeten Mars drehen. 'Ich bin durch die ganzen Baumärkte in München gerannt, um roten Sand zu kaufen', erzählt der Autor lachend. 'Hochinteressant und lehrreich'Nach Beendigung des Studiums 1997 hat Stiefenhofer zunächst als freier Journalist gearbeitet. 'Doch das musste scheitern', weiß er jetzt, denn das Netz an Auftraggebern fehlte. Beispielsweise habe er an einem Beitrag über die Eröffnung des Kunsthauses in Bregenz gearbeitet. Viele Wochen habe er gedreht, geschnitten, vertont. Dann hieß es überall beim Fernsehen: 'Kein Bedarf'. Dann zog es ihn nach Liverpool, wo Stiefenhofer den Fußballer Karl-Heinz Riedle beobachten wollte. 'Beim entscheidenden Spiel war er dann verletzt. Und das war´s dann.'Sein Handwerk gelernt hat er danach bei einer Produktionsfirma, die für den Privatsender Pro7 die 'Welt der Wunder' und 'History' drehte. Das Challenger-Unglück, der Vietnam-Krieg, James Dean - das waren Stiefenhofers Themen. 'Hochinteressant und unheimlich lehrreich', beschreibt er diese Zeit. Seit 2001 ist der Lindenberger wieder selbstständiger Produzent und Autor. 'Jetzt habe ich meine Kontakte, die ich brauche', sagt er. Der Sender Kabel 1 habe sich im letzten Jahr an ihn gewandt, 'etwas über West-Kanada zu machen'. Mit einem Kamerateam war er jetzt über zwei Wochen unterwegs, um nach Geschichten zu suchen. Beispielsweise die Geschichte von einem Mann, der sich Waisen-Bären annimmt oder die einer alternativen Holzfirma, die von Indianern geführt wird. 'Natürlich hänge ich viel am Telefon zwecks Recherchen', sagt er. Und was macht ein Filmemacher, wenn er am Abend seine Freizeit genießt? 'Ich gehe ins Kino oder schau´ Fernsehen', sagt Stiefenhofer grinsend. Mal sehen, was die Konkurrenz macht.

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