Buchloe
Auf der Suche nach einem Fallschirm-Brautkleid

«Es ist unglaublich, was alles in Lindenberg ankommt.» Ausstellungsmacher Herbert Wintersohl freut sich, dass Interessierte aus nah und fern auch in den vergangenen Wochen zahlreich im Lindenberger Armenhaus die Ausstellung «Not-Lösungen - Alltag im Nachkriegsdeutschland 1945-1948» besucht haben.

Vor allem vor Holzspenden konnte sich der Buchloer kaum retten. Wie berichtet, bittet er um Holz als «Eintrittsgeld», um damit den Ausstellungsraum zu temperieren. «Der ehemalige Schulamtsleiter Herbert Sedlmair kam gleich mit einem großen Schlitten, ein Lindenberger mit einer Schubkarre voll Holz», erzählt Wintersohl.

Und genauso verhalte es sich mit weiteren Leihgaben oder Spenden zur Ausstellung. «Kürzlich erhielt ich zum Beispiel aus Hopfen am See eine Lampe, etwa 70 Zentimeter hoch. Der Lampenfuß besteht aus dem Bodenstück einer großen Hülse, die Säule aus der Hülse einer 3,7-Zentimeter-Panzerabwehrkanone und in den Lampenschirm wurden Strohhalme eingenäht», sagt Wintersohl.

Neu zu sehen sind außerdem eine Öllampe aus einem 3,7-Zentimeter-Geschoss, ein Schnapsglas aus Messing, gefertigt aus der abgeschnittenen Hülse einer Zwei-Zentimeter-Munition, sowie ein Rucksack, hergestellt aus braunem Zeltbahnstoff mit Trageriemen aus Schultergurten ehemaliger Paradeuniformen.

«Besonders freut mich aber ein Geschenk einer Lindenberger Familie», berichtet der Ausstellungsmacher. Es handelt sich dabei um ein Notfeuerzeug, hergestellt im Jahr 1945. Streichhölzer konnte man wegen der von den Alliierten verbotenen chemischen Produktion in Deutschland damals nicht mehr kaufen.

Was Wintersohl immer noch fehlt ist ein Hochzeitskleid aus Fallschirmseide. Besatzungsmitglieder der Flugzeuge hätten damals weiße Fallschirme besessen, aus denen wiederum nach Kriegsende Kleider hergestellt worden sind, weiß Wintersohl. Fotos davon habe er bereits gesehen, ein Originalkleid würde seine Ausstellung bereichern, meint er.

Die Ausstellung «Not-Lösungen» im Lindenberger Armenhaus bleibt an den Sonntagen, 31. Januar und 14. Februar, geschlossen. Bis Ende März ist sie ansonsten immer sonntags zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet. Wintersohl wird bis Anfang März von seiner Frau vertreten.

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