Auf den Spuren einer Heiligen

Von Ingo Jensen, Kaufbeuren/Ottobeuren - In diesem Sommer können die Verehrer der heiligen Crescentia von Kaufbeuren auf den Spuren der berühmtesten Allgäuerin, der Kaufbeurer Klosterfrau Maria Crescentia Höß (1682-1744), wandern. Ende Mai wird der so genannte Crescentia-Pilgerweg eröffnet, der von Kaufbeuren aus durch das Ost- und Unterallgäu nach Ottobeuren und Mindelheim führt. Der 88 Kilometer lange Pilgerweg bietet einen Dreiklang von Eindrücken, der von der sehenswerten Allgäuer Landschaft, bedeutenden Kunstwerken und der inneren Einkehr nach dem Vorbild der heiligen Crescentia bestimmt wird. Der Pilgerweg wurde auf der Wegstrecke angelegt, auf der Schwester Crescentia einst von Kaufbeuren nach Ottobeuren und Mindelheim ging. Wallfahrer und Wanderer kommen auf dem Pilgerweg immer wieder an Crescentia-Kapellen, Crescentia-Marterln und an Plastiken des berühmten 'Schulterwunden-Heilands im Kerker, dessen Ursprung auf eine Vision der heiligen Crescentia zurückgeht, vorbei. An drei Wanderparkplätzen in Kaufbeuren, Mindelheim und Ottobeuren informieren Info-Tafeln und Handzettel über den Pilgerweg.

Kontakte zur Reichsabtei Die Kaufbeurer Klosterfrau Maria Crescentia Höß, die am 25. November 2001 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen wurde, hatte in ihrer Zeit im Kaufbeurer Kloster vielfältige Kontakte zum Kloster Irsee, zum Kreuzkloster in Mindelheim und zur Reichsabtei Ottobeuren. Immer wieder machte sich Schwester Crescentia zu Fuß auf den Weg, um diese Klöster zu besuchen. Aus dieser Zeit stammt auch eine der berühmtesten Heilig-Geist-Darstellungen überhaupt. Nach einem Besuch Crescentias im Oktober 1731 in der Benediktinerabtei Ottobeuren ließ der dortige Abt Rupert Neß ein Bild des Heiligen Geistes nach einer Vision Crescentias malen. Es kann heute noch im Eustachiuszimmer in der Ottobeurer Abtei bewundert werden. Zwischen Eggenthal und Bayersried im Ostallgäu steht direkt am Pilgerweg ein Bildstock mit der Inschrift 'Kreszentia hat geholfen! Sept. 61'. An dieser Stelle, so sagt die Überlieferung, soll Schwester Crescentia auf ihrem Weg nach Ottobeuren kurze Rast eingelegt haben. Aufgrund ihrer Frömmigkeit und ihrer Klugheit war Maria Crescentia Höß schon während ihrer Zeit im Kloster für unzählige Menschen zur Trösterin und Helferin in seelischen, geistlichen und materiellen Nöten geworden. Viele nahmen tagelange Wartezeiten in Kauf, um mit ihr persönlich sprechen zu können. Aus ganz Europa schrieben die Menschen und fragten die Kaufbeurer Klosterfrau nach Rat. Nach Crescentias Tod wurde ihr Grab in der Klosterkirche zu einer der bedeutendsten Wallfahrtstätten in ganz Europa. Der Zuspruch hat nicht nur die Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts überstanden, er ist auch heute noch ungebrochen und ein wichtiger Bestandteil im Tourismuskonzept der Stadt Kaufbeuren. Allein im Jahr 2002 kamen nach Aussage des Verkehrsvereins zwischen 28000 und 30000 Wallfahrer nach Kaufbeuren. i Ein ausführliches Faltblatt mit detaillierter Streckenbeschreibung, einer Auflistung der Sehenswürdigkeiten und einer Karte kann bei den Touristinformationen in Kaufbeuren, Marktoberdorf, Ottobeuren und Mindelheim kostenlos angefordert werden. Weitere Informationen über E-Mail: tourist-info@kaufbeuren. de oder im Internet unter www. kaufbeuren-tourismus. info

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