Weiler
Auf den Hund gekommen

Wenn die Siberian Huskys so richtig Gas geben, dann saust der rund 9 kg schwere Schlitten mit bis zu 35 km/h durch die Landschaft. Das sind die Momente, in denen Nina Böhm besonders aufpassen muss. «Wenn ich zu stark bremse, dann überschlägt es mich», erzählt die 14-Jährige. Passiert ist das bisher nicht. Zum Glück, denn Schlittenhunderennen zählen zu den nicht gerade ungefährlichen Varianten des Wintersports. Das liegt vor allem am «Faktor Hund». Denn die Vierbeiner können manchmal ganz schön eigensinnig sein: Läuft beispielsweise irgendwo neben der Übungsstrecke einer ihrer Artgeniossen umher, kann es gut sein, dass die Schlittenhunde ihr Training vergessen, erzählt Vater Karsten Böhm. In so einem Fall könne es richtig gefährlich für den Schlittenlenker werden, denn im Ernstfall nutzen auch die lautesten Kommandos nichts mehr.

Nina Böhm vertraut in so einem Fall vor allem auf ihre Leithündin Dunja. Sie ist das schlaueste ihrer Tiere und versteht die Ansagen wie «links!», «rechts!», «stopp!» oder «Hopp, hopp!», mit deren Hilfe die Achtklässlerin ihre Huskys lenkt. Zusätzlich steuert sie den Schlitten durch Gewichtsverlagerung. Und das mit Erfolg: Kürzlich ist sie in ihre erste Rennsaison gestartet und gleich zum Auftakt hat sie beim Deutschland-Cup in Unterjoch (Oberallgäu) als eine der jüngsten Teilnehmerinnen Platz 12 von 30 belegt. Ihre Konkurrenz bestand vor allem aus erfahrenen und erwachsenen Fahrern. «Damit hätte ich nicht gerechnet.

Eher damit, dass ich Vorletzte werde», gibt Nina unumwunden zu, zumal sie ihre Hunde eher für die Mitteldistanz trainiert habe und dieses Lauf ein etwa halbstündiges Sprintrennen über 9 km war - mit knackigen Aufstiegen und S-Kurven in Schräglage. «Unterjoch gilt als eine der schwersten Strecken in Deutschland», ergänzt Vater Karsten.

Das Familienoberhaupt war es, der die Begeisterung für diesen Sport entfacht hatte. «Ein Husky war immer mein Traum», erinnert er sich zurück. Im Sommer 2008 war es dann endlich soweit, und mit den Tieren kam dann auch gleich der erste Schlitten. Mittlerweile hat die Familie sechs Schlittenhunde. Deshalb ist sie kürzlich von Opfenbach in den Weilerer Ortsteil Bremenried gezogen. Das Haus liegt etwas abseits, im Garten ist genug Platz für den großen Zwinger.

Nur eine geeignete Strecke für das zweimal pro Woche stattfindende Training fehlt noch. «Das war in Opfenbach super. Da konnten wir direkt in den Wald einsteigen.»

Nächstes Wochenende ist der nächste Deutschland-Cup im Schwarzwald. Mutig nennt Nina einen Platz in den Top Ten als ihr Ziel. Nächste Saison droht der 14-Jährigen allerdings ein harter Konkurrent: Bis dahin will die Familie so viele Hunde haben, dass Vater Karsten auch ins Renngeschehen einsteigen kann. Dann geben Siberian Huskys wohl so richtig Gas.

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