Auf dem Stundenplan steht Erste Hilfe

Buchenberg (eva). - Ein Mensch liegt bewegungslos am Boden. Er atmet nicht mehr. Schnell beugt sich ein kleiner Junge über den Mann und beatmet ihn, während ein Mädchen rhythmisch den Brustkorb des Bewusstlosen drückt. Bei dem 'Verletzten' handelt es sich freilich um eine Puppe, an der Buben und Mädchen der Buchenberger Schule lernen, was im Ernstfall zu tun ist. In einem Sanitäts-Kurs bringt Johanniter Michael Seidel - der gerade die Abiturklasse des Carl-von-Linde-Gymnasiums absolviert - den Schülern zwei Stunden pro Woche wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen bei. Ihr Können haben die Kinder bereits bei Unfällen in der Pause unter Beweis gestellt. Seidel legt Folien auf einen Tageslichtprojektor, entfaltet Binden und beantwortet die unterschiedlichsten Fragen zum Thema Wunden. Seine 27 Schüler im Alter zwischen elf und 16 Jahren sind eifrig bei der Sache. Kevin erzählt von einer Brandverletzung, die er sich am Ofen zugezogen hat. Phillip will etwas über Schürfwunden wissen. Ein großer Hund hatte ihn einmal hinter sich hergeschleift und übel zugerichtet.

Sodann legt der Johanniter einem Mädchen einen Druckverband an und erklärt, worauf es ankommt. Dann dürfen die Buben und Mädchen selbst am lebenden Objekt üben. 'So werden sie für den Ernstfall sicher', sagt Seidel: 'Nur Theorie ist zu wenig.' Die Idee des Schulsanitäters entstand bereits 1994. Damals führte der Buchenberger Rektor Michael Reisacher den ersten Erste-Hilfe-Kurs ein. Seit 1997 werden, in einem Aufbaukurs, eigene Schulsanitäter ausgebildet. Aus Erfahrung weiß Reisacher, dass Schüler auf die Hilfe ausgebildeter Gleichaltriger gut reagieren: 'Sie kennen den, der sie behandelt und werden meistens sofort ruhiger.' Stolz erzählt Njuscha, eine Schülerin der achten Klasse, von ersten Einsätzen: 'Die Sanis haben schon Platzwunden verbunden und Beinverletzungen geschient.' Ein Erste-Hilfe-Koffer im Wert von 500 Euro, den die Johanniter gespendet haben, steht im Lehrerzimmer. Er wird von den Schüler-Sanis in jede Pause mitgenommen. Reisacher ist stolz auf 'seine Sanis' und lobt die pädagogische Leistung des Ausbilders. 'Eine altersgemischte Klasse dieser Stärke ist selbst für einen Lehrer nicht immer leicht zu führen.' Und da sich die Schulsanitäter bewährt haben, wird die Ausbildung weiter eine feste Einrichtung bleiben.

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