Auch ohne Alkohol kann man Spaß haben

Marktoberdorf (fri). - Von den Gefahren des Drogenkonsums handelte eine Veranstaltung an der Berufsschule Marktoberdorf. Bei einer Podiumsdiskussion lernten die Schüler, welche Risiken Suchtmittel wie Nikotin, Alkohol bis hin zu Heroin in sich bergen. Drogenprävention habe an der Schule eine lange Tradition, sagte Schulleiter Remigius Kirchmaier. Georg Brenauer habe im Laufe der Jahre ein Netzwerk aufgebaut, das geeignet sei, Jugendliche auf vielfältige Art und Weise anzusprechen. Unterstützt wurde die Aktion vom Lions-Club Marktoberdorf. Experten waren zur Podiumsdiskussion eingeladen, um den Schülern ein möglichst breites Spektrum an Hilfestellungen an die Hand zu geben. 'Süchtig - Protokoll einer Hilflosigkeit' heißt zum Beispiel die Langzeitdokumentation von Regisseurin Sabine Braun. In diesem Film, der von der Regisseurin vorgestellt wurde, geht es um ein Mädchen, Tanja, das schon mit 14 Jahren in den Strudel der Heroinsucht gerät und nicht mehr herauskommt. Sabine Braun begleitete Tanja 14 Jahre lang und filmte ihren stetigen körperlichen und seelischen Verfall. Trotz mehrerer Entziehungskuren und Gefängnisaufenthalte schafft es Tanja nicht, die Sucht zu besiegen und stirbt schließlich an den Folgen des Drogenkonsums. Im Laufe des Films erhebt die Mutter von Tanja immer wieder schwere Vorwürfe gegen Behörden, ist sich aber ihrer eigenen Schuld nicht bewusst. Geplant war ein Film über ein Jahr, in dem Tanja von den Drogen wegkommen sollte, erzählt die Regisseurin. Aber als dieses Vorhaben misslang, dehnte Sabine Braun das Projekt aus. Der Film hat eine klar abschreckende Botschaft, die Tanja im Film so formuliert. 'Ich kann jeder Jugendlichen oder auch älteren nur raten: Lasst eure Finger von den Drogen. Probiert es noch nicht einmal.' Die Autorin war von der Berufsschule eingeladen worden, um über ihren Film zu sprechen und Fragen von Schülern zu beantworten. Auch Vertreter von Polizei, Gesundheitsamt, Medizin und eine Süchtige, die derzeit eine Entgiftung im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren macht, waren eingeladen. Die Schüler waren zunächst erschüttert über den Film und zeigten Gefühle von Mitleid bis hin zu Wut. Fragen, die bei den Schülern aufkamen, wurden ans Podium weitergegeben. Ein Schüler wollte wissen, was passiert, wenn man unter Drogeneinfluss am Steuer ertappt wird.

'Wirkung nicht unterschätzen' Norbert Schwarzwalder von der Polizei Marktoberdorf warnt die Schüler, die Wirkung von Drogen zu unterschätzen. Selbst der Konsum von nur einer Haschisch-Zigarette könne bis zu drei Tage Fahruntüchtigkeit bedeuten. Schwarzwalder: 'Bei dem kleinsten Fahrfehler kann einem der Führerschein entzogen werden.' Dr. Carsten Ottenthaler, der in Marktoberdorf als Arzt für die suchtmedizinische Grundversorgung zuständig ist, gab den Schülern einige Tipps, wie sie auch ohne Drogen Spaß haben können. 'Organisiert einfach mal eine Party ohne Alkohol und sorgt dafür, dass im Haus nicht geraucht wird. Ihr werdet sehen: auch so kann man viel Spaß haben.' Vertreter der Schule sagten, dass durch Aktionen der Polizei und andere Veranstaltungen an der Schule Jugendliche über die Gefahren des Drogenkonsums umfangreich aufgeklärt würden. Dass dies auf offene Ohren stoße, betonte Podiums-Leiter Gerhard Kaiser: 'Die Jugendlichen sind sichtlich interessiert und nehmen diese Angebote gerne an.'

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