Oberstdorf
Auch offen sein für Neues

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Es sei zentrales Anliegen der Trachtenvereine, Traditionen zu bewahren und Brauchtum in all seiner Vielfalt zu pflegen, sagt Werner Griesche, Vorsitzender der Oberstdorfer Trachtler. Heute ständen die Vereine vor neuen Aufgaben: «Wir wollen Vergangenes bewahren und müssen gleichzeitig Neuem offen gegenüberstehen.» Bei dieser Gratwanderung müsse jeder Verein seinen eigenen Weg finden.

Leicht hätten es die Vereine derzeit nicht, sagt Griesche (42). Er ist Vorsitzender des Trachtenvereins Oberstdorf (rund 1000 Mitglieder) und Vorstand des Gauverbandes «Interessen-Gemeinschaft der Oberallgäuer Gebirgstrachten und der Historischen Tracht» (IG), dem 25 Vereine und über 7000 Trachtler angehören. Nach dem Leitsatz «Treu dem guten alten Brauch» habe der Erhalt der Traditionen oberste Priorität. «Dennoch dürfen wir uns nicht verschließen. Wir müssen verstärkt in die Öffentlichkeit gehen.»

Dass das nicht immer einfach ist, zeigt Griesche am Beispiel der Heimatabende auf. Heimatabende nach herkömmlichem Muster seien nicht mehr gefragt. «Das sind reine Draufzahlgeschäfte.

» Mehrtägige Feiern gezielt mit einem Abend für die Jugend, mit moderner Musik und Partystimmung zu kombinieren, habe sich dagegen sehr bewährt. «Da kommt auch Geld in die Kasse.» Man müsse die Jugend mal was Neues ausprobieren lassen und man dürfe gleichzeitig nie versäumen, «die Alten» um Rat zu fragen.

Wichtig sei auch, den Gruppen mehr Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen. «Die jungen Trachtler wollen nicht immer nur proben, sondern sich auch auf der Bühne präsentieren.» Fischens Trachtenverein sei mit seiner Veranstaltung «Ob i sing oder ob i spiel» einen sehr guten Weg gegangen. «Da ist der Saal immer voll.» Ebenso erfolgreich sei der «Tag der Trachtenjugend», den der Trachtenverein Edelweiß in Sonthofen jährlich veranstaltet. In Oberstdorf treten die Nachwuchstrachtler neuerdings auch in Hotels und Gaststätten auf.

Bei den Gästen kämen die Präsentationen sehr gut an - einmal mehr, weil es dabei Informationen über Trachten, Tänze und Traditionen gibt. «Die Gäste sind interessiert», sagt Griesche, «die wollen das wissen.» Die Vorträge moderiert Griesches Frau Rosi. Für die Oberstdorfer Trachtler steht in diesem Jahr mit dem «Wilde Mändle Tanz» wieder eine der ganz großen Traditionsveranstaltungen an. Acht Auftritte wird es in der Zeit zwischen Juni und September geben - einen auch unter freiem Himmel.

Hochachtung vor Jugendleitern

Vorstand der IG ist Griesche seit knapp zwei Jahren. Der Gauverband berät und unterstützt seine Mitgliedsvereine in rechtlichen, fachlichen oder steuerlichen Fragen und bietet Schulungen für Jugendleiter an. «Was die Jugendleiter in den Vereinen leisten, verdient Hochachtung», sagt Griesche. Bei seiner Arbeit für den Trachtenverein Oberstdorf und für die IG könne er sich auf eine starke Vorstandschaft verlassen. «Da helfen alle zusammen. Nur so funktioniert es.»

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