Auch Kurpark auf Vordermann bringen

Oberstdorf (sme). Fast den Charakter einer Bürgerversammlung hatte die Diskussionsrunde zum Thema Oberstdorfer Interessen auf dem Abstellgleis, zu der die Freien Wähler (FW) eingeladen hatten. FW-Ortsvorsitzender Peter Titzler gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung in Oberstdorf zwei Jahre nach der Kommunalwahl. Manche Themen wie die Gestaltung des Bahnhofplatzes seien mit Erfolg angepackt worden, andere befänden sich dagegen nicht zuletzt wegen finanzieller Engpässe noch im Schwebezustand, erklärte er. Viel Zustimmung gab es von der Versammlung für den Gemeinderatsbeschluss, die Kurhaus-Sanierung jetzt mit dem ersten Bauabschnitt in Angriff zu nehmen (wir berichteten). Allerdings müsste dann auch der Kurpark auf Vordermann gebracht werden, fanden die FW-Mitglieder, denn wir haben in Oberstdorf mehr ältere als jüngere Gäste und denen müssen wir etwas bieten. Uneinigkeit bestand in der Frage, wo denn künftig die Gemeindeverwaltung, die derzeit auf Kurmittelhaus und Postgebäude verteilt ist, untergebracht werden soll. Wie Dritter Bürgermeister Vogler meinte, sollte das alte Rathaus saniert oder am alten Platz neu gebaut werden; eine andere Nutzung für diese Immobilie sei seiner Ansicht nach kaum vorstellbar. Es gebe allerdings auch noch die Möglichkeit, das Kurmittelhaus aufzustocken und dort alle Ämter zusammenzuführen. Dem wurde entgegengehalten, dass sowohl das Rathaus als auch das Kurmittelhaus mit dem Auto schlecht zu erreichen sind; außerdem würden die eigentlich verkehrsberuhigten Bereiche wieder mehr belastet.

Verkehrstechnisch vernünftiger sei deshalb, das Postgebäude auszubauen und dort Platz zu schaffen für die ganze Verwaltung. Wo soll das Geld denn herkommen?, lautete die kritische Frage bei der Diskussion um die Ost-Umfahrung des Marktes. Trotz aller finanzieller Sorgen müsse die Gemeinde strategisch vorgehen und für die Zukunft planen, meinte dazu Baureferent Martin Rees. Es sei falsch, das Rad bei der Verkehrsentwicklung zurückzudrehen und beispielsweise die Nebelhornstrasse wieder für den Verkehr zu öffnen. Vielmehr müsse jetzt so geplant werden, dass Oberstdorf in der Zukunft nicht am Verkehr erstickt, forderte er. Derzeit lote die Gemeinde erst einmal die Möglichkeiten für Grundstücks-Käufe aus Geld für Planungen werde nicht ausgegeben. Sollte die Umfahrung umgesetzt werden, müssten im Osten aber auch Parkmöglichkeiten geschaffen werden, wurde aus der Runde verlangt. Franz Bisle bezeichnete den Oberstdorfer Osten als Stiefkind der Gemeinde und forderte nicht nur eine Neugestaltung des Kohl-Plätzles (da kommen die Busse nicht um die Kurve), sondern auch eine gründliche Sanierung der Mühlenbrücke: Das sind ja Zustände wie im tiefsten Russland, und das noch vor der Weltmeisterschaft, konstatierte er. Rund eine halbe Million Euro würde eine neue Brücke schon kosten, argumentierte dazu Baureferent Rees. Allerdings seien nur 200000 Euro im laufenden Haushalt für die Instandhaltung aller Straßen vorgesehen. Mittlerweile sei der südliche Gehweg saniert und für die Fußgänger geöffnet worden, während der nördliche Gehweg gesperrt ist. Autos können die Brücke in beiden Fahrtrichtungen passieren, so Rees.

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