Auch in Kempten nimmt Gewalt zu

Kempten(bec). - Gewalt an Schulen: Zuerst erregte ein Fall in Hildesheim Aufsehen, danach wurde von einer Schule in Erding berichtet, an der Jugendliche einen Gleichaltrigen malträtierten. Staatssekretär Georg Schmid (CSU) fordert nun mehr Verantwortung der Eltern und möchte das Problem mit zivilen Polizeikommandos in den Griff bekommen. Die AZ befragte dazu Stadtschulrat Hans Grob, wie es an den Kemptener Schulen aussieht. Sind Ihnen Fälle von Gewalt an Schulen in Kempten bekannt? Grob: Gewalt ist leider auch an den Kemptener Schulen ein Thema - und zwar in zunehmendem Maße. In welchem Umfang Gewalt und Aggressionen an unseren Schulen vorkommen, versuchten wir schon einmal statistisch zu erfassen. Schwere Gewaltakte - man müsste das noch definieren - waren gottlob bislang die Ausnahme. Zivile Polizeikommandos an Schulen: Was halten Sie von Schmids Vorschlag? Grob: Das besondere Augenmerk zur Bekämpfung von Gewalt an der Schule gilt der Prävention, der Stärkung des erzieherischen Aspekts, der Intensivierung der Elternarbeit, der Medienerziehung und der Inanspruchnahme zusätzlicher schulischer und außerschulischer Dienste.

Das sind Beratungslehrer, Schulpsychologen, das Jugendamt und die Polizei. Mit gezielten Projekten wie Streitschlichtern und der Aktion 'Faustlos' versuchen die Schulen, der Bereitschaft zur Gewalt entgegen zu wirken. Zwischenzeitlich hat auch jede Schule ein eigenes Sicherheitskonzept entwickelt. So sollte es gelingen, ohne zivile Polizeikommandos auszukommen. Wohin können sich Eltern wenden, die den Verdacht haben, dass ihr Kind in der Schule Gewalt erfährt? Und welche Möglichkeiten haben Schüler, die selbst betroffen oder zumindest 'Mitwisser' sind? Grob: Richtiges Verhalten ist bei jedem Verdacht entscheidend für eine rasche Aufklärung. In der Regel kennen Eltern ihr Kind am besten. Sie haben ein Gespür dafür, wie das eigene Kind bei Angst und Problemen reagiert. An erster Stelle steht daher das Gespräch mit dem Kind, seinen Freunden und den Lehrkräften. Alle Schulen sind für das körperliche und seelische Wohl ihrer Schüler besonders verantwortlich. Das Schulamt oder auch außerschulische Beratungsdienste bis hin zur Polizei sind geeignete Anlaufstellen. Hans Grob, Stadtschulrat

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