Auch ein Kaugummi kann ein Preis sein

Kaufbeuren/Kempten | fro | Um Besucher von Messen als Kunden zu gewinnen, werben Firmen dort mit Gewinnspielen. Bei einer Messe nahm auch eine AZ-Leserin aus Kaufbeuren an einem solchen Spiel teil. Einige Zeit später wurde sie per Brief beglückwünscht: 'Sie haben gewonnen.' Der Gewinn bestand aus zehn Euro - beim Kauf eines Produktes 'im Wert von mindestens 100 Euro', steht auf dem Gutschein. 'Das ist doch eigentlich gar kein Gewinn. Ich muss ja erst etwas kaufen', meint die Leserin.

An dem Gewinn sei nichts auszusetzen, erklärt jedoch Fachberater Andreas Winkler von der Verbraucherzentrale in Kempten. Daran ändere weder die Höhe etwas, noch dass es sich faktisch nur um einen Preisnachlass handle. 'Theoretisch kann der Gewinn auch ein Kaugummi sein', so Winkler. Besucher sollten sich vorher überlegen, ob sie sich von Gewinnspielen ködern lassen. Diese seien jedenfalls rechtlich gültig, wenn der Gewinn 'unmissverständlich definiert, nicht an Bedingungen geknüpft und nicht sittenwidrig ist', berichtet der Fachberater weiter.

Dafür hat der Mitspieler im Fall des Gewinns auch eine einklagbare Auszahlungspflicht des Anbieters - egal ob der Gewinn ein Luxusgut oder ein Kaugummi ist. Im konkreten Fall sei das Gewinnspiel jedoch vermutlich rechtens - es sei denn, der Gewinn war ausdrücklich zehn Euro und der Kauf eines Produktes eine nachträgliche Bedingung. Dann könne eine rechtliche Prüfung durchaus sinnvoll sein, erläutert Verbraucherschützer Winkler.

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