Opfenbach
Auch Auswärtige dürfen hoffen

Opfenbach hat in seinen Vergaberichtlinien geregelt, dass gemeindliche Bauplätze nur an Einheimische oder im Ort Beschäftigte vergeben werden. Ausnahmen sind aber möglich. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Matthias Bentz fest, dass die Nachfrage von Einheimischen nach Bauplätzen stark rückläufig sei. Der letzte Verkauf eines Grundstücks im Baugebiet «Südost» sei Ende 2008 zustande gekommen. Zwölf Bauplätze seien noch zu haben. Jetzt sollten sich die Räte Gedanken darüber machen, ob man nicht doch ein bis zwei Plätze pro Jahr an Auswärtige verkaufen könnte, was auch dem Haushalt ganz gut täte. Grundsätzlich sei er dafür, dass man das «ein bissel lockert», meinte Ratsmitglied Peter Straubinger. Es dürfe aber nicht sein, «dass wir die Bauplätze verklopfen - bloß weil wir Geld brauchen». Und man dann in fünf Jahren feststelle, dass ein neues Baugebiet gebraucht wird.

Bentz stellte klar, dass er nicht die Richtlinien ändern will, sondern nur die Meinung des Gremiums dazu hören, ob Anfragen von außen wie gehabt «gleich abgebügelt werden» oder im Gemeinderat darüber befunden wird. Es stelle sich die Frage, ob man sich den Luxus leisten könne, zwölf Bauplätze auf Jahre zinsfrei vorzuhalten, warf der 2. Bürgermeister Helmut Forster in die Waagschale. «Das scheint mir zuviel», sagte Forster, der ohnehin aufgrund des demografischen Wandels einen Rückgang an Neubauten ausmacht.

Herbert Bader meinte, wenn Bauplätze an Auswärtige, dann nur an Familien. Das hielt allerdings Christian Pelinka «für fast rassistisch», wenn bei Einheimischen Kinder keine Rolle spielen, bei Auswärtigen schon. Außerdem müsse man an die Infrastruktur in Kindergarten und Schule denken, die dann eventuell nicht ausreicht.

Das Gegenteil sei der Fall, gab Forster zu bedenken. Man müsse eher schauen, «Kinder reinzukriegen». Gemeindechef Bentz stellte dazu fest, dass es 2009 gerade mal 15 Geburten in Opfenbach gegeben habe.

Am Ende bestand Übereinstimmung, Anfragen von auswärtigen Bauinteressenten künftig im Gemeinderat zu besprechen. Eine offensive Werbung nach außen soll es aber nicht geben. Pelinka machte den Vorschlag, für die obere Fläche gezielt nach einem Lebensmittelmarkt Ausschau zu halten. Unter dreitausend Einwohnern ginge da nichts, entgegnete Forster, der schon entsprechende Bemühungen unternommen hatte.

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