Atem holen nach dem Jubeljahr

Marktoberdorf (af). - Im vergangenen Jahr kamen die Marktoberdorfer und mit ihnen viele Landkreisbewohner kaum aus dem Feiern heraus. Es war der 50. Jahrestag der Stadterhebung. Heuer, so scheint es, gönnen sich die Marktoberdorfer eine Verschnaufpause. Es wird merklich ruhiger. Allerdings bescheren das international geschätzte Festival Musica Sacra im kulturellen, die Gewerbeschau im wirtschaftlichen und die Weltmeisterschaft im Biathle im sportlichen Bereich für Glanzlichter. Dünn ist er geworden, der Marktoberdorfer Veranstaltungskalender - sieht man einmal vom bunt gemischten Modeon-Programm ab. Erste größere Festivität außerhalb des Kulturzentrums ist der Frühjahrsmarkt Mitte Mai rund um den Deckelplatz. Das traditionelle Treffen der Weltreligionen ist für die Tage um Pfingsten beim Festival Musica Sacra International terminiert. Obwohl erst am heutigen Montag im Stadtrat über die genaue Höhe des Zuschusses seitens der Stadt diskutiert wird, berichtet die Festivalleitung von bereits elf verpflichteten Ensembles aus neun Nationen. Unter anderem soll das im Komponierhäusle an der Musikakademie geschaffene Chorwerk von Gianfranco Grisi welturaufgeführt werden. Außerdem ist geplant, dass drei bayerische Ensembles das Requiem von Nils Lindberg erstmals in Deutschland vortragen. Darüber hinaus werden die Gruppen, die die Weltreligionen musikalisch repräsentieren, in verschiedenen Kirchen des Allgäus zu sehen und zu hören sein. Abschluss ist am 1. Juni das gemeinsame Konzert in St. Martin in Marktoberdorf. Im Juni will das Straßenfest für Unterhaltung in der Georg-Fischer-Straße sorgen, und am zweiten Juli-Wochenende lockt die Marktoberdorfer Gewerbeschau ans Modeon. Außer heimischem Handwerk bestimmen der Bereich Wellness sowie eine Fülle von Themen rund um Kinder und Jugend das Geschehen. Dabei umfasst die Messe nicht nur Betriebe und Einrichtungen aus dem Ostallgäu, sondern öffnet sich erstmals in Richtung Österreich und bindet das Außerfern mit ein. Anfang September schlagen Sportler aus aller Herren Länder in Marktoberdorf ihre Zelte auf. Biathle heißt die Sportart, in der die Aktiven ihren Weltmeister suchen. Zum ersten Mal ist die Kreisstadt Austragungsort eines solch hochkarätigen Wettbewerbs. Dabei hatte der TSV Marktoberdorf bei der Bewerbung namhafte Städte wie Budapest und Kapstadt hinter sich gelassen.

Manch Bekanntes fehlt auch Fest in den Kalender gehört der Herbstmarkt, der früher Martinimarkt hieß. Weil er aber seit einiger Zeit im Oktober stattfindet, erhielt er einen neuen Namen. Der Marktoberdorfer Weihnachtsmarkt beschließt mit seiner 31. Auflage das Jahr. Vergeblich sucht man diesmal nach zum Beispiel dem Bezirksmusikfest. 'Es hat sich kein Verein gefunden, der es ausrichten wollte', nennt Pressesprecherin Michaela Brutscher als Begründung. Allerdings gebe es am ersten Juli-Wochenende ein Musikantentreffen in Oberthingau. Das sei von der Größenordnung her wie das Bezirksmusikfest einzuordnen, also mit Festzeltbetrieb und Umzug, doch ohne Wertungsspiele. Ebenfalls am ersten Juli-Wochenende gehen die Musiker von 'Allgäu Power' gleichsam fremd. Ihr Openair findet in Pforzen am Sportpark statt. 'Drei Bandmitglieder sind aus Marktoberdorf. Dort waren wir jetzt dreimal. Nun sollte unser Sänger Reiner Kreit ein Heimspiel erhalten, er kommt aus Pforzen', berichtet Stefan Beranek. Zu feiern haben auch die 'Schwindligen 15', die sich ebenfalls aus Musikern aus Marktoberdorf zusammensetzen. Sie bestehen zehn Jahre und luden dazu für Ende April bekannte Gäste ins Festzelt nach Seeg ein.

Vielleicht kommt Prinz Albert Von seinem Plan, die deutsche Meisterschaft nach Marktoberdorf zu holen, musste sich der Skate Club Allgäu verabschieden. Der Termin habe bereits festgestanden, doch habe für einen der drei Wettkampftage die Austragungsstätte gefehlt, so Vorsitzender Frank Kopp. Dafür gibt es die Weltmeisterschaft im Biathle. Weil dies eine Unterart des Modernen Fünfkampfs und Prinz Albert von Monaco der Ehrenpräsident des Weltverbandes ist, hoffen die Marktoberdorfer auf den Besuch des bekannten Adligen. Eine Einladung hatten sie ihm vergangenes Jahr persönlich mit der Übergabe eines gefüllten Bierkruges aus Leuterschach bereits ausgesprochen.

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