Memmingen
Apfelglühwein und Wollsocken

Bianca Mull befüllt Tüten mit Kokoswürfeln, sortiert Lebkuchenherzen und wirft die Mandelmaschine an. Wasser, Zucker, Mandeln und eine geheime Zutat wandern in einen großen Kessel. Auf lodernder Flamme entstehen gebrannte Mandeln. «Nüsse und Magenbrot sind auf dem Christkindlesmarkt der Renner», sagt die Süßigkeiten-Verkäuferin.

Neben Mull bieten heuer etwa 30 Standbesitzer ihre Waren auf dem Memminger Markt an. Auch Marlies Grabowitz aus Mindelheim ist unter ihnen. Schmuck aus Edelsteinen und Kristallen gibt es bei ihr zu kaufen. «Ist das schön», schwärmt die elfjährige Nina und greift nach einem geschliffenen Stein. «Den kauf ich mir.» Gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen bummelt die Sechstklässlerin über den Markt. Vorbei an Ständen mit Klangschalen, Räucherstäbchen, Holzfiguren und Weihnachts-CDs.

Bettelarmband und Ohrringe

Am nächsten Schmuckstand angekommen, bestaunen die Mädchen Ketten und Ohrringe. «Das ist ganz neu auf dem Markt», sagt Verkäufer Fidan Kllokoqi und zeigt auf das «Bettelarmband».

«Je nach Geschmack kann man sich den Schmuck aus verschiedenen Perlen und Anhängern selbst zusammenstellen.» Nina und ihre Freundinnen sind begeistert. Nach einer Stärkung am Fruchtspieß-Stand gehen sie zur Krippe mit lebenden Schafen. «Leider darf man die Tiere nicht streicheln», ärgert sich Freundin Vanessa.

Am Stand der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wühlt derweil Marisa Rossi aus der Toskana in einem Berg von selbst gestrickten Wollsocken. «Die verschenke ich zu Weihnachten», erzählt sie. Verkäuferin Christa Moser erklärt: «Unsere Senioren stricken den ganzen Sommer über, denn die Wollsocken sind hier jedes Jahr der Hit.» Von Größe 18 bis 46 gibt es die flauschigen Fußwärmer am AWO-Stand zu kaufen - in allen Farben und in den unterschiedlichsten Mustern. Neben den Socken hängen bunte Christbaumkugeln.

Besucherin aus Australien

«Die sind mundgeblasen und handbemalt», sagt Moser. Molly Bruce bleibt stehen. «So eine Kugel bringe ich meiner Mutter mit», so die 16-jährige, australische Austauschstudentin. Ihre Augen leuchten. «Es ist so schön hier. Weihnachtsmärkte gibt es in Australien nicht.» Gegenüber am «Südtiroler Speckstandl» hat es sich Rita Michalik aus Kaufbeuren gemütlich gemacht. Mit beiden Händen umklammert sie ihre dunkelrote, dampfend heiße Keramik-Tasse. «Der Apfelglühwein hier ist super», sagt sie und nimmt einen kräftigen Schluck. Jedes Jahr an Weihnachten komme sie deswegen nach Memmingen. «Es ist einfach schön hier.»

Das sieht August Ehrenbogen vom Verband für Kaufleute und Schausteller genauso. Trotzdem müsse man sich jedes Jahr verbessern, fügt er hinzu. «Das ist mein Anliegen.»

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