Unterallgäu
Ankaufsgarantie für betroffene Grundstücke gefordert

«Erhebliche Bedenken» gegenüber dem Hochwasserschutzprojekt Günz und dem derzeit laufenden Raumordnungsverfahren haben Mitglieder der Unterallgäuer Ortsverbände des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und die betroffenen Landwirte geäußert. Das gesamte Projekt sei überdimensioniert und die Belange der Landwirtschaft würden zu wenig berücksichtigt, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Regierung von Schwaben. So werden aus Sicht des BBV landwirtschaftliche Flächen, die häufiger überflutet werden, in ihrer Ertragsfähigkeit beeinträchtigt und die Belange des Naturschutzes ständig über die der Landwirtschaft gestellt.

Wie berichtet, sind insgesamt fünf Hochwasserrückhaltebecken sowie kleinere innerörtliche Maßnahmen geplant, die einen Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser sicherstellen sollen. Für das gesamte Günztal wurde ein überregionales Hochwasserschutzkonzept erarbeitet. Das Gesamtrückhaltevolumen soll bei mindestens 8,15 Millionen Kubikmetern liegen.

120 Grundstückseigentümer sind betroffen

Laut BBV werden knapp 300 Hektar «gute landwirtschaftliche Fläche» allein als Einstaufläche beansprucht. Insgesamt seien «60 wirtschaftende Landwirte und rund 120 Grundstückseigentümer betroffen», heißt es in dem Schreiben. Ein wichtiges Anliegen sei daher, die Stabilität des Verkehrswerts beziehungsweise die Vermögenssicherung der betroffenen Grundstücke. Die Landwirte fordern von Freistaat beziehungsweise vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kempten eine Ankaufsgarantie für Grundstücke innerhalb der Rückhaltebecken.

Der Kauf müsse zum derzeit geltenden, «ortsüblichen Verkehrswert» erfolgen. Das WWA sollte zudem frühzeitig mit dem Kauf von Ersatz- und Tauschflächen beginnen, die eine ausreichende Größe aufweisen und in der Nähe des jeweiligen Rückhaltebeckens liegen, damit betroffene Landwirte ihren Betrieb nicht verkleinern müssen.

«Rückhaltebecken möglichst klein halten»

Gleichzeitig gelte es, mit Grund und Boden sparsam umzugehen und «schädliche Bodenveränderungen abzuwehren». Die Rückhaltebecken sollten daher möglichst klein gehalten werden. Andernfalls befürchten die Landwirte ein geringeres Futterwachstum und dadurch geringere Erträge.

Ein mögliches Rückhaltebecken «Westerheim» lehnen die Mitglieder der BBV-Ortsgruppen ab, da der Bau zu nahe an der Gemeinde liegen würde. Es sei zu befürchten, dass bei einem Einstau der Grundwasserspiegel ansteigen würde und das Wasser in die Keller der Anwesen und Wohnhäuser im Süden von Westerheim eindringt. Sinnvoller sei ein Rückhaltebecken im Hundsmoor, da das Gebiet größtenteils nicht in privatem Besitz ist und dadurch weniger landwirtschaftlich genutzte Fläche entwertet werde. (johs)

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