Kempten
An Lisl Zach erinnert künftig ein Weg auf der Jakobwiese

Es war Mitte der 90er Jahre und auf der Ludwigshöhe-Nord entstand gerade das Baugebiet: 15 Jahre ist es her, dass die damalige Bürgermeisterin Lisl Zach forderte, Straßen verstärkt nach berühmten Frauen zu benennen. Nun ist die streitbare Kommunalpolitikerin selbst zur Namensgeberin einer Straße geworden. Auf der Jakobwiese entsteht nämlich der Lisl-Zach-Weg, legte nun der Bauausschuss fest. Und noch einem weiteren Frauen-Straßennamen gaben die Stadträte ihren Segen. In Lenzfried liegt künftig die Anna-Straubin-Straße, die an die einstige Ordensfrau erinnert.

Erster Anlauf 2005

Frau oder Mann, mit oder ohne Vornamen, für eine Quotenregelung oder dagegen: Um die Straßennamen wird im Kemptener Bauausschuss traditionell hart gerungen. Auch im Fall Lisl Zach bedurfte es mehrerer Anläufe. So hatte Fraulisten-Stadträtin Elisabeth Brock bereits 2005 beantragt, eine Straße nach der ersten Bürgermeisterin Kemptens zu benennen. Damals erklärte allerdings die Familie Zach, dass es dafür noch zu früh sei. Im März stellte dann der Berufsverband Allgäuer Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft wiederum den Antrag - und rund 600 Kemptener beteiligten sich an einer Unterschriftenaktion.

Vorschlag zurückgezogen

Nun kam das Thema also erneut in den Bauausschuss, wobei es beinahe noch zur Kampfabstimmung zwischen zwei berühmten Frauennamen gekommen wäre. Stadtrat Herbert Karg (Freie Wähler) hatte nämlich beantragt, die Straße nach Pfarrerin und Haus-International-Gründerin Inge Nimz zu benennen. Diesen Vorschlag zog er jedoch zurück, «um keine Konkurrenz zwischen den Leistungen dieser beiden Frauen entstehen zu lassen» Stadträtin Brock forderte unterdessen «manche» ihrer Stadtratskollegen auf, «über ihren Schatten zu springen» und sich trotz Zachs «nicht immer einfach Persönlichkeit» für sie auszusprechen. Und so geschah es dann auch gegen die Stimme von Herbert Karg.

Noch eindeutiger, weil einstimmig, fiel die Entscheidung für die Anna-Straubin-Straße aus. Thomas Kiechle (CSU) hatte zuvor daran erinnert, dass Lenzfried zurecht als «Klosterdorf» bezeichnet werde. Das Wirken der dort zeitweilig beheimateten Franziskanerinnen müsse durch eine Straße dokumentiert werden. Zumal diese direkt an den Trilsch-Weg (nach dem Franziskanerpater Georg Trilsch) und die Bischof-Haneberg-Straße angrenze.

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