Am Steuer gibt es keine Narrenfreiheit

Kaufbeuren(ses). - Der Faschingsball ist in vollem Gang, Alkohol fließt in Strömen und trotzdem setzt sich mancher Partygast hinterher unbekümmert an das Steuer seines Autos. Eine Situation, für die Kaufbeurens Polizeichef Detlev Endres kein Verständnis hat. Nach wie vor sei Autofahren unter Alkoholeinfluss eine der Hauptunfallursachen, warnt er. Da gerade während der Faschingszeit erfahrungsgemäß der ein oder andere einen über den Durst trinkt, verstärkt die Polizei die Verkehrskontrollen während der 'tollen Tage'. Sie rät: 'Das Auto zu Hause stehen lassen. Ein Taxi kommt meist billiger als der Verlust des Führerscheins.' Endres spricht in diesem Zusammenhang von einem veränderten Trinkverhalten der Autofahrer in und um Kaufbeuren. Die Leute wüssten inzwischen, dass zur fünften Jahreszeit die Polizeikontrollen verschärft werden und ließen ihr Auto lieber gleich zu Hause stehen. 'Natürlich kennen die Kollegen die Örtlichkeiten, an denen Veranstaltungen stattfinden. Im Umkreis der Feiern werden dann auch mehr Streifen unterwegs sein, denn wo viel gefeiert wird, wird auch viel getrunken', so Endres. Dass sich die Polizisten aber vor den bekannten Partystätten 'auf die Lauer legen' sei absolut nicht der Fall. 'Leider glauben immer noch einige Menschen, dass wir dies so handhaben', sagt Kaufbeurens Polizeichef. Aus medizinischer Sicht sei fundiert, dass weder Cola oder Kaffee noch die viel gepriesene kalte Dusche dazu beitragen, die Fahrtüchtigkeit in kurzer Zeit wieder herzustellen. Aufgrund von Untersuchungen stehe fest, dass der Körper nur etwa 0,1 Promille Alkohol pro Stunde nach 'Trinkende' abbaut.

Restalkohol am nächsten Morgen 'Auch am nächsten Morgen sollte man deshalb daran denken, dass noch Restalkohol im Körper vorhanden und man unter Umständen noch immer fahruntüchtig sein kann', so Endres weiter. Sollte man sich dann ans Steuer setzen, könne die Promillegrenze noch über dem vom Gesetzgeber zugelassenen Wert liegen, obwohl man bereits mehrere Stunden geschlafen und keinen Alkohol mehr zu sich genommen hat. Bereits ab 0,3 Promille kann auch ohne dass tatsächlich ein Unfall passiert ist, ein Strafverfahren eingeleitet werden, wenn der Fahrer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet hat, zum Beispiel durch Schlangenlinien fahren. 'Meist erkennen die Kollegen fahruntüchtige Personen auch an deren persönlicher Erscheinung, einer Alkoholfahne oder rötlichen Augen', erklärt Endres. Ab 1,1 Promille wird die Trunkenheitsfahrt selbst ohne Ausfallerscheinungen zur Straftat. Aber auch wenn kein Strafverfahren eingeleitet wird, droht bei Fahren unter Alkoholeinfluss Unangenehmes: Wer mit 0,5 bis 1,9 Promille am Steuer seines Kraftfahrzeuges angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro und einem Monat Fahrverbot rechnen. Neben den Alkoholkontrollen achtet die Polizei auch auf die Einhaltung des Paragraphen 23 der Straßenverkehrsordnung (St VO). 'Es geht darum, dass Sicht und Gehör des Fahrers nicht beeinträchtigt werden dürfen', heißt es von Seiten der Polizei. Wer mit einer Maske hinter dem Lenkrad sitzt, die das Gesichtsfeld einengt und dabei erwischt wird, den bittet die Polizei zur Kasse. Zehn Euro kostet eine Ordnungswidrigkeit dieser Art. Doch das heißt nicht: Wer fährt muss ganz auf seine Faschingsverkleidung verzichten. 'Die rote Pappnase ist weiterhin auch im Straßenverkehr erlaubt', sagt Endres.

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