Kempten / Ostallgäu
Am «Grünen Tisch» ein offenes Ohr für die Bauern vor Ort

Sie betonen, dass sie nicht nur ein Ohr für die Belange der Allgäuer Bauern haben, sondern sich auch um die Entwicklung des ländlichen Raums an sich kümmern. Dr. Gerd Müller (Staatssekretär im Bundeslandwirtschafstministerium), Stephan Stracke und auch Landtagsabgeordnete Angelika Schorer. Die CSU-Politiker machten sich beim Grünen Tisch mit Vertretern landwirtschaftlicher Verbände in Kempten stark für die bäuerliche Landwirtschaft und - wie Dr. Gerd Mülller hervorhebt - auch für einen raschen Ausbau des schnellen Internets. «Uns geht es zudem um die ärztliche Versorgungsstruktur,» fügt sein Kollege Stracke an. Angelika Schorer stellt die Wichtigkeit gesunder, regional hergestellter Lebensmittel heraus. Wie geht es nun aber denjenigen, die Käseherstellung und Fleischproduktion im Allgäu überhaupt erst möglich machen?

Erwin Reinalter führt beispielsweise einen Betrieb mit 30 Milchkühen. Er fühlt sich vom Arbeitspensum her ausgelastet, geht aber dennoch anderen Tätigkeiten nach. Um genügend Geld für die fünfköpfige Familie zu erwirtschaften, arbeitet er im Winter zusätzlich in einem Forstbetrieb, im Sommer bei einer Baufirma, seine Ehefrau engagiert sich bei einem ambulanten Krankenpflegeverein. Bei Marktpreisen von derzeit rund 30 Cent pro Liter könne kein Landwirt nur von der Milchwirtschaft leben, sagt der Dietmannsrieder und fragt sich: «Kann das die Grundausrichtung sein, die die Politik will?»

«Fühle mich ernst genommen»

Um den Bauern in benachteiligten Gebieten ein Auskommen zu ermöglichen, gibt es verschiedene Förderprogramme. Da geht es ums Mähen von Bergwiesen genauso wie um Prämien für die Pflege von Hecken. Um an die Mittel zu kommen, müssen Formalien eingehalten werden. Umso erfreulicher findet es Elisabeth Koch, Bäuerin aus Kimratshofen, dass das 750-Millionen-Euro-Sofortprogramm des Bundes inklusive Grünland- und Kuhprämie ohne zusätzlichen Bürokratismus funktioniert. Das Gleiche gelte für die Entlastungen beim Agrardiesel und die Zuschüsse zur Unfallversicherung. Die Zuschüsse könnten im Betrieb eine Ersparnis von 1000 Euro im Jahr ausmachen. «Das ist eine große Entlastung, sagt die stellvertretende Oberallgäuer Kreisbäuerin, die heuer zum wiederholten Male am «Grünen Tisch» saß.

Ihr Fazit: «Ich fühle mich von der Politik ernst genommen.»

Die Diskussion mit den rund 40 Teilnehmern hinter verschlossenen Türen sei diszipliniert gewesen. «Jeder, der wollte, kam auch zu Wort.» Und Erwin Reinalter als Vertreter des CSU-Arbeitskreises Landwirtschaft im Oberallgäu sagt: «Ein Dialog mit Vertretern von Verbänden vor Ort ist immer gut.»

Drei Seiten Anregungen

Drei Seiten Anregungen nimmt nach der Drei-Stunden-Diskussion Angelika Schorer mit heim. Ihr sei klar geworden, dass man sich auch über eine Betriebsaufgabe-Rente Gedanken machen müsse. Reich gesegnet seien im Alter eh die wenigsten Landwirte. Von durchschnittlich 400 Euro Rente spricht Dr. Gerd Müller.

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