Am 90. leben Verdienste von Konrad Lax wieder auf

Von Arno Späth Füssen/Schwangau - Er war von 1964 bis 1972 der letzte Landrat des Landkreises Füssen, dann unmittelbar nach der Gebietsreform zwölf Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schwangau: Konrad Lax. Gestern feierte der Landrat a. D. und Altbürgermeister seinen 90. Geburtstag. Vor seiner kommunalpolitischen Aktivität und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte der Jurist mit Schlitzohrigkeit und Einfallsreichtum fürs tägliche Brot seiner Familie: Für kurze Zeit war er Schweinehändler. Davon und von zig anderen Anekdoten aus dem Leben von Konrad Lax war gestern zu hören. Im 'Hirsch' in Füssen feierten seine Familie und etliche Wegbegleiter mit ihm seinen 90. Geburtstag. Zum Kreis der Gäste zählten beispielsweise der frühere Füssener Notar Dr. Klaus Gerlach und der ehemalige Füssener Polizeichef Walter Ganseneder. Auch der Kleebauer Josef, unter Bürgermeister Lax Kämmerer der Gemeinde Schwangau, war da.

Ebenso der Schwangauer Trachtler-Chef Johann Bardzinski als Repräsentant der Schwangauer Vereine und die 'Urgesteine' des Tourismusverbandes Ostallgäu, den Lax in den 1970er Jahren gegründet hat: Benno Fischer aus Weißensee und der frühere Schwangauer Kurdirektor Schorsch Grieser. Jeder von ihnen hätte das eine oder andere 'Gschichtle' über Konrad Lax und sein Politiker-Leben erzählen können. Denn ob als Leiter des Finanzamtes in Füssen (von 1952) oder ab 1964 als Landrat und später als Bürgermeister von Schwangau: Konrad Lax hat sich 'große Verdienste erworben', betonte gestern der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut. Und seine kommunalpolitischen Spuren hinterlassen: Egal in welcher Funktion - 'der Bevölkerung dienen', lautete einer der Grundsätze des jetzt Neunzigjährigen. 'Ich wünsche mir', stellte Landrat Fleschhut fest, 'dass wir heute mehr vom Format wie Konrad Lax hätten.' Als Konrad Lax 1984 in den kommunalpolitischen Ruhestand ging, ernannten ihn die Schwangauer für seine Verdienste zum Altbürgermeister und widmeten ihm anlässlich des 80. Geburtstages für einen Eintrag eine Seite im Goldenen Buch der Gemeinde. Für den heutigen Bürgermeister Reinhold Sontheimer, der unter Lax als Gemeinderat Schwangauer Entscheidungen mit getroffen hat, war Lax auch ein Lehrmeister: 'Ich habe von ihm ganz viel gelernt', bekannte er. Die Wurzeln für den Beruf, den Umgang mit den Menschen und der Lebensart von Konrad Lax sind in den Grundsätzen des Studentenbundes 'Raetia' zu finden. Davon erzählte der 'Bundesbruder' und erste Landrat des 1972 neu gebildeten Landkreises Ostallgäu, Adolf Müller. So habe Konrad Lax die Tugenden 'Hilfsbereitschaft, guter Rat und Fröhlichkeit' gelebt. Lax war im Großkreis Ostallgäu noch sechs Jahre Stellvertreter des Landrates. 'Sein Engagement war einmalig', lobte Müller und erinnerte an einen 'gemeinsamen, verlorenen Kampf': So sei es nicht möglich gewesen, die Bahnlinie von Marktoberdorf nach Lechbruck zu erhalten. 'Dafür gelang es uns, den ersten Radweg auf einer aufgelassenen Bahnlinie zu errichten.'

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